Bundestagsabgeordneter zu Besuch 

Corona-Krise: Schwerer Start für Fahrschule

Besuch in Dransfeld: Fritz Güntzler (links) erkundigt sich bei Fahrlehrer Sven Müller nach dem Stand des neu gegründeten Unternehmens
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Besuch in Dransfeld: Fritz Güntzler (links) erkundigt sich bei Fahrlehrer Sven Müller nach dem Stand des neu gegründeten Unternehmens.

Fahrschulen sind von der Corona-Krise Betoffen. Lange Zeit war kein Unterricht möglich. Nun öffnen sie wieder. 

Dransfeld – Am 1. März hat der Löwenhäger Sven Müller seine Fahrschule in Dransfeld eröffnet. Am 16. März musste er sie wegen Corona aber bereits wieder schließen. Ein denkbar schlechter Start in die Selbstständigkeit.

Fahrschulen leiden unter Corona-Krise 

„Das war eine blöde Situation“, erinnert sich der 37-Jährige nun, Anfang Juni, daran zurück. Er habe Dr. Klaus Heinemann, Bürgermeister der Gemeinde Niemetal (CDU), um Rat gefragt. Der habe ihn an den Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler (CDU) weiter vermittelt. Müller habe den Eindruck gehabt, dass die Fahrschulen während der Coronakrise vergessen wurden.

Sein Ziel sei es gewesen, weiter Motorradfahrer ausbilden zu können. Denn das hätte kontaktlos stattfinden können, da der Fahrlehrer im Auto über Kopfhörer mit dem Fahrschüler auf dem Motorrad verbunden ist. Knapp sieben Wochen musste Sven Müller warten. Die Zeit der Schließung habe er mit Soforthilfe überbrückt. „Das ging relativ zügig und unkompliziert.“

Fahrschulen in Niedersachsen: Berücksichtigung bei den Lockerungen 

In der Zwischenzeit setzte sich Güntzler laut Mitteilung seines Büros beim Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit, beim niedersächsischen Städtetag und beim Wirtschaftsminister Bernd Althusmann für eine zeitnahe Aufnahme von Motorradfahrstunden sowie die Berücksichtigung von Fahrschulen bei den Lockerungen ein. Seit dem 6. Mai dürfen Fahrschulen in Niedersachsen wieder theoretischen Unterricht anbieten. 

Auch der praktische Unterricht mit Motorrädern ist seitdem wieder erlaubt. Seit dem 11. Mai ist auch der Unterricht im Auto möglich.

Bundestagsabgeordneter zu Besuch in Dransfeld 

An dieser Entwicklung sieht sich der Dransfelder Fahrlehrer beteiligt und bedankt sich bei Güntzlers nachhaltigem Interesse. Der Bundestagsabgeordnete kam vergangene Woche noch einmal nach Dransfeld zu Besuch. „Viele Unternehmen, Künstler, Kreative oder Soloselbstständige sind auf mich gerade am Anfang des Shutdowns zugekommen. (...) Jetzt, wo alles wieder anläuft, interessiert es mich, wie es momentan aussieht, ob ich immer noch helfen kann und wo vielleicht neue Probleme sind“, sagt Güntzler.

Fahrlehrer und Schüler tragen nun im Auto Masken, berichtet Müller von seinem neuen Arbeitsalltag. Für den Prüfer habe er eine Schutzwand im Auto aufgehängt. Das Auto wird nach jeder Fahrt durchgelüftet und desinfiziert.

Schutzmaßnahmen gegen Corona

Auf den Einzeltischen im Theorieunterricht stehen nun Spuckschutze, die ebenfalls nach jeder Stunde desinfiziert werden. Die Reinigung nehme jeweils 15 Minuten Zeit in Anspruch. Seinen Start in die Selbstständigkeit hat sich der Fahrlehrer sicher anders vorgestellt.

Aber: „Ich bin richtig zufrieden“, sagt Müller, der im Laufe dieses Monats aufgrund der hohen Nachfrage in Hann. Münden eine weitere Filiale in der Dreiflüssestadt aufmachen will. Vor der Schließung habe er etwa zwölf Fahrschüler gehabt. Nun seien es schon über 30.

Von Kim Henneking 

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