Dransfelder Internet-Café verbindet nicht nur online

Seit 15 Jahren dabei (von links): Hidegard Dockenfuß, Edeltraut und Hermann Freiboth, Angelika Frensel, Ernst Hoffmann, Edith Nagel und Helmut Dockenfuß treffen sich nach wie vor jeden Mittwochnachmittag im Internetcafé und sind längst gut befreundet. Foto: Schröter

Dransfeld. Sie sind zwischen 76 und 87 Jahre alt und treffen sich regelmäßig im Jugendzentrum: Die Besucher des Internet-Cafés für Senioren sind fit im Netz und haben Spaß dabei.

Die Einrichtung wird dieses Jahr 15 Jahre alt. „Als wir damals begonnen haben, uns jeden Mittwochnachmittag hier zu treffen, wollten wir alle das Internet kennenlernen und sehen, was man damit so alles machen kann“, sagt Edeltraut Freiboth. Sie war als Mitglied des Seniorenbeirates der Samtgemeinde Dransfeld maßgeblich an der Einrichtung des Internetcafés beteiligt.

„Wir erhielten fortlaufend Einzel- und Gruppenunterricht von Dransfelder Jugendlichen und übernahmen die anfallenden Internetkosten“, erinnert sich Freiboths Ehemann Hermann. Inzwischen seien die Senioren zwar dem „Internet-Schülerdasein“ entwachsen, aber die Kostenübernahme sei geblieben. „Wir sind sehr dankbar, dass wir hier im Jugendzentrum sein dürfen, und daher beteiligen wir uns auch gern an den allgemeinen Unterhaltungskosten“, sagt er.

In Spitzenzeiten zählte das Internetcafé 15 Teilnehmer, jetzt sind es immerhin noch zwölf. Acht Frauen und vier Männer im Alter zwischen 76 und 87 Jahren.

Warum sich die Senioren auch heute noch treffen, obwohl sie alle mittlerweile einen Computer zuhause haben und sich im Internet bestens zurechtfinden, liegt auf der Hand. „Es hat sich ein Freundeskreis entwickelt, in dem man sich jeden Mittwoch bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen unterhält“, sagt Ernst Hoffmann, der vor zwei Jahren nach Bovenden gezogen ist, mittwochs aber immer noch regelmäßig nach Dransfeld kommt.

„Und dann sind da ja auch noch die Fahrten“, betont Edith Nagel. So sei man gemeinsam unter anderem schon in Prag, an der Donau, auf Sylt und in Oberwiesenthal gewesen und habe dabei immer „mächtig viel Spaß“ gehabt. Bis heute fühlen sich viele der Akteure, die sich damals zusammengefunden haben, aber auch verantwortlich für den Fortbestand der Möglichkeit, Senioren das Internet näher zu bringen.

„Das mit dem Nachwuchs ist aber so eine Sache“, sagt Edeltraut Freiboth. Wer heute ins Rentenalter eintritt, hat im Berufsleben längst Erfahrung mit dem Internet gesammelt.

Und die Jugendliche kommen auch nicht mehr ins Internetcafé, weil sie diese Dinge jetzt alle auf ihren Smartphones erledigen.

Trotzdem will die Gruppe weitermachen, so lange es eben noch geht. „Und einen Vorteil hat das Ganze ja für uns“, meint Edeltraut Freiboth. „Wir sterben nicht dumm - und das ist schön zu wissen.“ (per)

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