Wahrzeichen als Sorgenkind

Dransfelds: Gaußturm steht meist leer

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Ruhe im Gaußturm-Café: Der Raum kann für Feiern gemietet werden, ist ansonsten aber geschlossen. Die Nachfrage ist gering. 

Dransfeld. Das Interesse, im Gaußturm auf dem Hohen Hagen über Dransfeld Feiern auszurichten, sei stark zurückgegangen, berichtete Stadtdirektor Marco Gerls in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Tourismus, die im Gaußturm stattfand.

Der Dransfelder Hotelier Karsten Schätze hat den Gaußturm gepachtet, sodass das ehemalige Café für Feiern genutzt werden kann. Das sei eine Kompromisslösung im Sinne der Stadt, skizzierte es Gerls, damit der Turm nicht völlig leer steht.

Wenn sich jemand finden würde, der einen regelmäßig geöffneten Gastronomiebetrieb dort aufziehen will, dann, so habe der Hotelier signalisiert, würde der bestehende Pachtvertrag dem nicht im Wege stehen.

Nach wie vor gibt es niemanden, der im Turm wieder eine regelmäßige Bewirtschaftung anbieten würde. Es habe zwar „interessante Anfragen“ gegeben, so Gerls, aber die Bewirtschaftungskosten waren den Interessenten zu hoch, Standort und Zustand nicht attraktiv genug.

Von reger Nachfrage, auf die Aussichtplattform steigen zu können, berichteten hingegen Ausschussmitglied und Campingplatzbetreiber Bernd Lesser sowie Friedrich-Georg Rehkop vom Verschönerungsverein Dransfeld. Er werde von den Campern so oft angesprochen, ob er ihnen Zutritt zum Turm ermöglichen könne, dass er gerne einen Schlüssel hätte, sagte Lesser. Von Gerald Bindseil als Antrag formuliert votierten die Ausschussmitglieder einstimmig dafür, Lesser als „Türmer“ einzusetzen. Rehkop sagte, er habe in diesem Jahr schon sechs oder sieben Gruppen, die zwischen 15 und 25 Personen stark waren, auf den Turm geführt.

Nur mit einer Gastronomie, die zu festen, verlässlichen Zeiten geöffnet ist, könne man Touristen auf den Hohen Hagen locken, da waren sich die Ausschussmitglieder einig. Ziel sollte sein, jemanden zu finden, der eine einfache Jausenstation im Turm eröffnet, die zumindest an den Wochenenden geöffnet hat, so Lesser.

Bis dahin soll der Turm mit dem Verschönerungsverein und dem neuen „Türmer“ Interessierten weiter zugänglich gehalten werden, und auch die Möglichkeit, das Café für Feste zu mieten bestehen bleiben. Das sei aber nur sinnvoll, so Günther Schwethelm, wenn die Option „Seilrutschenpark“ bestehen bleibe. Als „nie endende Geschichte“ wolle er diese Kompromisse nicht sehen.

Ausschussvorsitzende Petra Kliemand schlug vor, die bestehende Arbeitsgruppe wieder zu aktivieren, um Ideen für den Turm zu sammeln.

Immer noch steht ein Investor bereit, einen Seilrutschenpark zu Füßen des Gaußturms zu bauen, was das gesamte Areal beleben und dafür sorgen würde, dass eine Gastronomie sich rechnet. Doch das Verfahren stagniert derzeit. Ursache ist der Grauspecht: Der seltene, geschützte Vogel war auf dem Gelände gesichtet worden. Es gab keinen Hinweis, dass er dort auch brütet, aber er nutzt das Gebiet zur Nahrungsuche, wurde im Ausschuss noch einmal erinnert. Nun sei aber unklar, wie man mit der Situatio umgehe, so Gerls: Das Tier sei noch so wenig erforscht, dass eigentlich keiner so genau wisse, was man tun muss, damit es andere Flächen zur Nahrungssuche annimmt, das mache eine Ausgleichsmaßnahme schwierig. Klar sei nur, dass der Vogel eine ziemlich große Fläche benötige, um genug Futter zu finden.

„Der Aspekt Grauspecht wird vom Landkreis aus naturschutzfachlicher Sicht gerade geprüft. Eine abschließende Bewertung liegt noch nicht vor“, heißt es auf HNA-Anfrage beim Landkreis dazu. Das geplante Projekt werde vom Landkreis Göttingen aus touristischer Sicht begrüßt und konstruktiv begleitet, so Kreis-Sprecher Ulrich Lottmann. (tns)

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