Neue Tümpel für den besonderen Vogel

Einsatz für die seltenen Schwarzstörche im Bührener Schedetal

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Einsatz für Schwarzstörche: Peter Ludowizi, Hans-Joachim Haberstock (Schutzgebietsbetreuer), Marieke Neßmann (Mitarbeiterin Vogelartenschutzprojekte des Naturschutzbundes Niedersachsen).

Bühren. Er ist sehr selten, hat aber Gefallen gefunden am Bührener Schedetal: der Schwarzstorch.

„Eigentlich hatten wir gedacht, dass wir morgen noch hier beschäftigt sind, aber es ging doch schneller als gedacht", erzählte Marieke Neßmann vom Naturschutzbund (Nabu), Landesverband Niedersachsen, als sie am Mittwochnachmittag im Bührener Schedetal bei Schneeregen stand. Auf der Länge von circa 800 Metern verteilt, hatte ein Bagger vier flache Vertiefungen entlang der Bührener Schede ausgehoben. Gemeinsam mit Schutzgebietsbetreuer Hans-Joachim Haberstock und Peter Ludowizi waren die Bereiche spezifisch in den Feuchtgebieten ausgesucht worden. Einer der so entstandenen Tümpel hatte sich umgehend mit Quell-und Oberflächenwasser gefüllt.

Warum wurden die Tümpel angelegt? 

Zur Biotopverbesserung. Der Schwarzstorch benötigt feuchte Bereiche, in denen er ungestört nach Nahrung suchen kann. Überwiegend Amphibien und Fische. Auf den Wiesen des Bührener Schedetals wurden bereits häufiger Störche mit ihrer Jungbrut gesichtet. Es ist damit zu rechnen, dass sich bereits im nächsten Frühjahr Kröten, Frösche und andere Amphibienarten dort ansiedeln und den Störchen als Nahrungsquelle dienen.

Wie müssen die Tümpel beschaffen sein? 

Sie müssen so angelegt sein, dass sie in Trockenperioden austrocknen können, also möglichst nur periodisch Wasser führen beziehungsweise überflutet werden, um ein dauerhaftes Ansiedeln von Räubern der Nahrungstiere des Scharzstorches zu verhindern.

Wie viel Schwarzstörche brüten in unserer Region? 

Seit 20 Jahren ist ein Brutpaar bekannt. Für die Nahrungssuche fliegen Sie in einem Radius von 15 bis 20 Kilometern vom Nest, um geeignete Reviere zu erreichen, in denen sie Futter finden. Das Storchenpaar hat in den vergangenen Jahren erfolgreich die Brut aufgezogen.

Wo brüten die Schwarzstöre? 

Im Bramwald. Das Bruthabitat muss absolut störungsfrei sein, da sind sie sehr empfindlich. Werden sie während der Brut gestört, besteht die Gefahr, dass sie das Gelege umgehend aufgeben.

Anders bei der Nahrungssuche. Da kann man die Störche durchaus auch in der Nähe von Ortschaften beobachten. (ymh)

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