Die Besten im Handwerk

Er arbeitet gerne mit Blech: Karosseriebauer aus Dransfeld für seine Leistung geehrt

+
Wurde geehrt für gute Leistungen in der Ausbildung: Jonas Filthuth, Karosseriebauer beim Betrieb Karosserie- und Fahrzeugtechnik Kramer in Dransfeld.   

Dransfeld. Karosseriebauer Jonas Filthuth wurde für seine Leistungen in der Ausbildung geehrt. 

In der Werkstatt steht er zwischen den Autos, er formt Bleche, beult und wechselt aus, schweißt und klopft – solange, bis die beschädigten Autos wieder aussehen wie aus der Fabrik. Jonas Filthuth ist hier in seinem Element. Von der Handwerkskammer wurde der Karosseriebauer nun für seine Leistungen in der Ausbildung als Kammersieger geehrt.

„Mir macht die Arbeit mit Blech viel Spaß“, sagt der 21-Jährige, der seine dreieinhalb Jahre dauernde Ausbildung bereits vor anderthalb Jahren bei der Firma Karosserie- und Fahrzeugtechnik Michael Kramer abgeschlossen hat.

Zum Betrieb und zur Ausbildungsstelle fand der junge Mann aus Güntersen über ein Praktikum. Handwerk habe ihn schon immer begeistert: „Zuhause habe ich viel mit Holz gearbeitet. Daher stand für mich relativ früh fest, dass ich etwas Handwerkliches machen möchte“, erklärt er. „Nach einer Woche Praktikum war für mich klar, dass ich hier die Ausbildung machen möchte.“

Die Ehrung der Handwerkskammer kam für ihn unerwartet: „Der Chef kam zu mir und berichtete davon. Ich habe mich sehr gefreut. Meine Eltern sind natürlich total stolz“, sagt Filthuth. Sein Chef ist zufrieden: „Jonas wird hier seinen Weg machen“, sagt Michael Kramer überzeugt. Relativ früh sei klar gewesen, dass er nach der Ausbildung übernommen wird. Karosseriebauer sei ein gefragter Beruf. „Man braucht ein Interesse für Fahrzeuge, Spaß am Handwerk und handwerkliches Geschick“, erklärt Firmeninhaber Michael Kramer.

Der Beruf sei vielseitig, beispielsweise wegen der neuen Materialmischungen oder der Klebetechniken, welche die Fahrzeugbauer zunehmend einsetzten. Dennoch spürt Kramer einen Rückgang bei den Bewerberzahlen. „Noch haben wir keine Probleme, wir merken aber, dass weniger Anfragen nach Praktika kommen.“ Jonas Filthuth bestätigt das: An der Berufsschule in Northeim seien sie nur zu fünft in diesem Beruf gewesen. Jonas Filthuth und Michael Kramer sind sich einig, dass ein kleiner Betrieb Vorteile für die Ausbildung bringe. „Jeder muss alles machen, das ist abwechslungsreich“, sagt Kramer. Außerdem seien die Wege kurz, der Kontakt zu den Kollegen eng. Jonas Filthuths Arbeitstag beginnt um sieben Uhr morgens und geht in der Regel bis 16 Uhr am Nachmittag.

Nach der Auftragsaufnahme kämen die beschädigten Fahrzeuge in die Werkstatt. Dann gehe es ums Ausbeulen oder Austauschen der Bleche, bevor die Autos in die Lackiererei geschickt würden, erklärt er.

Der Geselle möchte nun zunächst weitere Erfahrungen in seinem Beruf sammeln. Er könnte sich dann vorstellen, noch den Meister zu machen. „Er hat bei uns viele Möglichkeiten“, betont Michael Kramer.

Hintergrund: Karrosserie- und Fahrzeugbaumechaniker

Die Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker ist eine duale Ausbildung, die im Ausbildungsbetrieb und an der Berufsschule stattfindet. Sie dauert dreieinhalb Jahre. Die Mechaniker untersuchen Schäden an Fahrzeugen, stellen Fehler, Störungen und Mängel fest und dokumentieren die Ursachen. Zudem erledigen sie Instandsetzungsarbeiten. Sie beraten über Reparaturen, Konservierungsmaßnahmen oder die Pflege von Karosserien. Zudem rüsten sie Fahrzeuge mit Zubehör und Zusatzeinrichtungen aus. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit mittlerem Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss ein. Je nach Bundesland beträgt die Ausbildungsvergütung zwischen 610 und 960 Euro im ersten Ausbildungsjahr und 700 bis 1013 Euro im letzten Ausbildungsjahr in einem Handwerksbetrieb.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.