Bebauungsplan "In der Dehne"

Stadtentwicklungsausschuss: Weg frei für Einkaufsmarkt

Dransfeld. Der Bebauungsplan In der Dehne war erneut Thema im Stadtentwicklungsausschuss. Der Ausschuss machte den Weg frei für eine Erweiterung eines Supermarkts.

Dransfeld. Der Bebauungsplan In der Dehne, Dransfeld, war noch einmal Thema im Stadtentwicklungsausschuss. In der Sitzung am Mittwoch wurde bei Enthaltung der Grünen eine Änderung einstimmig angenommen.

In dem Gebiet möchte der Supermarkt sich verändern und mehr Verkaufsfläche schaffen. Der Bebauungsplan war schon so abgeändert worden, dass mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche möglich sind. An diesen Bereich, der als Sondergebiet ausgewiesen ist, grenzt ein Gewerbegebiet. Am bisherigen Plan hatte der Landkreis eine Verbesserung angemahnt: Es musste deutlich gemacht werden, wer welchen Grenzabstand mit seiner Bebauung einzuhalten hat.

Die eingefügte Änderung, so erläuterte Dirk Aue von der Verwaltung, werde vermutlich niemandem auffallen, wenn die Gebäude erst stehen. Planerisch sei sie aber nötig.

Über die Änderung bestand im Ausschuss Einigkeit. Die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Mielenhausen und Günther Schwethelm, bemängelten jedoch, dass der Bebauungsplan insgesamt zu wenig Grün vorsehe und zu große Flächen versiegelt würden.

Stadtplaner Stefan Bolli, der in die Ausschusssitzung eingeladen war, sagte dazu, es handele sich um einen alten Bebauungsplan, aus einer Zeit, als noch eine größere Flächenversiegelung zulässig war. Man habe die Änderung des Planes schon zum Anlass genommen, die Versiegelung etwas zurückzunehmen. So werde es beispielsweise Parkflächen mit wasserdurchlässiger Decke geben, ergänzte Aue.

Schwethelm ging das nicht weit genug. Er erinnerte an zwei Starkregen-Ereignisse im vergangenen Jahr, bei denen einem Anwohner das Regenwasser in den Keller lief. Der Anwohner habe dies auch als Einwand geltend gemacht, aber als Antwort nur Statistik bekommen: Statistisch gesehen hatte es sich bei den Starkregen um Ereignisse gehandelt, die alle 50 bzw. alle 100 Jahre vorkommen. Schwethelm appellierte, nicht die Auge zu verschließen vor einem sich wandelnden Klima, das solche so genannten Jahrundertereignisse häufiger auftreten lasse. Er spielte den Ball weiter an den Wasserverband Peine, der womöglich die Kanäle anders dimensionieren müsse.

Aue sah da wenig Möglichkeiten: Die gleiche Menge Wasser pro Quadratmeter auf eine Stude verteilt bereite keine Probleme. Bei den zitierten Starkregen war dieselbe Menge aber innerhalb einer halben Stunde gefallen, das hätte kein Kanal geschafft, „das war eine Ausnahmesituation“.

Diese Diskussion, so Carsten Rehbein, SPD, habe man schon einmal geführt. Er sprach sich für den Bebauungsplan aus, um die Infrastruktur an diesem Standort zu sichern. Dies sei ihnen auch wichtig, so die Grünen, mit ihrer Enthaltung unterstrichen sie aber ihre Kritik an dem Plan. (tns)

Rubriklistenbild: © dpa/dpaweb

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