Gedenken an Befreiung vom Faschismus in Dransfeld

In Dransfeld: Die Stolpersteine von Künstler Gunter Demnig für Familie Löwenheim wurden vorläufig vor der Synagoge in der Gerlandstraße verlegt – Albert Löwenheim, Paula, Ilse, Herbert und Ernst Löwenheim. Foto: Sangerhausen

Dransfeld. Das Dransfelder Bürgerforum 9. November lädt zum Gedenktag ein: Am kommenden Freitag, 8. Mai, jährt sich der Tag der Befreiung vom Faschismus zum 70. Mal.

Daran erinnert das Bürgerforum ab 18 Uhr am Mahnmal vor der Dransfelder St. Martini Kirche, Lange Straße.

Nach dem Treffen vor dem Denkmal gehen die Teilnehmer gemeinsam zur ehemaligen Synagoge in der Gerlandstraße. Dort stellt das Bürgerforum seine neue Info-Tafel zur Synagoge vor.

Mit dem neuen Flyer „Spuren jüdischen Lebens in Dransfeld“ sollen von dort aus die Orte abgelaufen werden, an denen das Bürgerforum bereits Stolpersteine für jüdische Bürgerinnen und Bürger verlegt hat, teilt Ernst Achilles-Wengel vom Bürgerforum mit.

In seiner damals Aufsehen erregenden Rede am 8. Mai 1985 habe Bundespräsident Richard von Weizäcker daran erinnert, dass mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht die Waffen in Europa endlich verstummten, aber fast 60 Millionen Menschen dem von Nazideutschland angezettelten 2. Weltkrieg zum Opfer gefallen waren. Der 8. Mai 1945 sei somit ein Tag der Befreiung vom Faschismus.

„Zehn Jahre nach dieser bedeutenden Rede war dies noch nicht überall durchgedrungen, so dass am 8. Mai 1995 am Ehrenmal in Dransfeld noch vom Tag der Niederlage gesprochen wurde“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Diese rückwärtsgewandte Sichtweise war der Auslöser für mehrere Dransfelderinnen und Dransfelder, die Erinnerung an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft herauszustellen. Das hieraus entstandene Dransfelder Bürgerforum 9. November organisiert seitdem immer am 9. November Gedenkstunden vor der ehemaligen Synagoge in der Gerlandstraße.

Die Beschäftigung mit den Menschen, die Dransfeld unfreiwillig verlassen mussten, verfolgt, deportiert und ermordet wurden und die Erinnerung an diese Dransfelder Bürgerinnen und Bürger wurde zur zentralen Aufgabe des Forums. Die Entwicklung einer Gedenkkultur mündete in die in den vergangenen beiden Jahren mit dem Künstler Gunter Demnig verlegten 27 Gedenktafeln, der so genannten Stolpersteine, in Dransfeld.

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