Infos ohne Hemmschwelle beim Präventionstag

Im Gespräch: Die Polizistinnen Christina Tetzer und Cornelia Rommel beantworteten Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Dransfeld. Persönlich, lebensnah und unkompliziert konnten sich die Schüler der Oberschule Dransfeld beim Präventionstag informieren, bei welchen Problemen es wo Hilfe gibt.

„Na, welche Brille hättest Du denn gerne? Die mit 0,9 oder die mit 1,8 Promille?“, fragt Klaus Ulbricht von der Mündener Verkehrswacht lächelnd. „0,9 Promille reichen erstmal“, sagt die Achtklässerin, setzt sich die Brille mit dem Verzerr-Glas auf und geht los. Sie hat deutliche Schwierigkeiten, der roten, sich schlängelnden Linie zu folgen. „Das ist aber schwierig“, sagt die Schülerin. „Tja, und dann stell Dir mal vor, wie es ist, mit 0,9 Promille Auto zu fahren“, sagt Ulbricht.

Ohne Hemmschwelle beim Präventionstag

Die Promille-Brille war eine von vielen Aktionen, die Schüler beim 3. Präventionstag an der Dransfelder Oberschule am Hohen Hagen auf Gefahren des Alltages aufmerksam machen sollten. Gleichzeitig bekamen die Acht- bis Zehntklässler Gelegenheit, sich an diversen Ständen über Institutionen zu informieren, die sich an der vor acht Jahren vom Präventionsrat der Samtgemeinde Dransfeld gegründete Help-Line beteiligen.

„Wenn Jugendliche ein Plakat der Jugendhilfe, vom Frauenhaus, vom Weißen Ring, der Aidshilfe, der Drogenberatungsstelle oder von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention sehen oder den Namen hören, dann schreckt das die meisten eher ab“, sagte Vera Wengel, Vorsitzende des Präventionsrats der Samtgemeinde Dransfeld. Dadurch würden Hemmungen aufgebaut, die oft dazu führten, dass Jugendliche die Institutionen nicht aufsuchen, obwohl sie entsprechende Probleme haben. Aus diesem Grund habe der Präventionsrat diesen Veranstaltungstag 2007 ins Leben gerufen und dann im vierjährigen Rhythmus an der Schule am Hohen Hagen angeboten. „Unser vordringliches Ziel ist es, Schülern und Lehrern die Help-Line-Institutionen näher zu bringen und Vertrauen zu schaffen“, so Wengel.

Und das scheint gut zu funktionieren. „Ich finde es ganz erstaunlich, wie gut die Stände besucht sind und wie interessiert die Schülerinnen und Schüler sich über die verschiedenen Institutionen informieren“, meinte Sozialpädagogin Alexandra Oechsner, die den Präventionstag für die Schule mitorganisiert hatte.

„Es ist einfach super, dass den Jugendlichen hier auf lockere Art und Weise näher gebracht wird, an wen sie sich bei bestimmten Problemen wenden können“, ergänzte Christina Tetzer von der Mündener Polizei, die zusammen mit ihrer Kollegin Cornelia Rommel an einem Stand über alle Aspekte von Zivilcourage, Mobbing, Sucht und vielem mehr informierte.

„Ich finde den Präventionstag toll, weil man hier Infos bekommt, die es sonst in dieser Fülle nirgends gibt“, sagte Sarah Papke. Nach Meinung der Achtklässlerin sollte jeder Schüler einmal an einer solchen Veranstaltung teilgenommen haben. „Deshalb sollte der Präventionstag auf jeden Fall in vier Jahren wiederholt werden“, meinte auch Sarahs Klassenkameradin Hannah Strippel.

Ein Riesendank an die Organisatoren kam von Schulleiterin Sabine Hawellek. „Hier werden viele Fragen ans Leben, die sich Kindern stellen, auf unkomplizierte Art beantwortet“, sagte sie. „Und wenn wir den Präventionsrat nicht hätten, könnten wir so etwas nie alleine auf die Beine stellen.“ (per)

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