Bulli mit 300 PS starkem V8-Motor

Irgendwas zu basteln gibt es immer: Bulli-Fans am Hohen Hagen

+
Der schönste Bulli des Dransfelder Treffens: Franklin D. Costa mit seiner rot-weißen Doppelkabine mit einem 300 PS starken V8 Motor.

Dransfeld. Trotz einiger wasserreicher Wolkenbrüche feierten die 75 Teilnehmer des Bulli-Treffens auf dem Campingplatz Hoher Hagen in Dransfeld ihre Kultfahrzeuge.

„Es hat sich sogar ein Mercedes-Bus unter die Bullis gemischt“, schmunzelte Campingplatz-Chef Bernd Lesser, der das Bulli-Treffen bereits zum 9. Mal organisiert hat und selbst einen T3 Oldtimer fährt.

Mit diesem kleinen Beispiel machte Bernd Lesser die ungebrochene Faszination dieser Busse deutlich, die seit 1950 gebaut werden. Die erste Serie lief unter der Typenbezeichnung T1 vom Band. Inzwischen ist VW beim T6 angelangt, und jede dieser Baureihen mit ihren unterschiedlichen Ausbauformen übt ihre ganze eigene Anziehungskraft aus und entzündet die Fantasie der Fans.

Zu den großen unter ihnen zählt Franklin D. Costa. Der 63-jährige Rentner aus Hanau, der ursprünglich aus South Carolina in den USA stammt, in Deutschland der Liebe wegen blieb und inzwischen 42 Jahre verheiratet ist, veredelt seinen Bulli zehn Jahren. Der Lohn der Mühe: Sein rot-weißes Fahrzeug wurde zum schönsten des Treffens gekürt und mit einem Pokal ausgezeichnet.

Schlafanhänger auf Bulli-Basis: Kai Rötting schuf ein Schmuckstück.

Aus der der einst schlichten Doppelkabine hat Franklin D. Costa ein Juwel mit einem 300 PS starken 4,2 Liter V-8-Motor gemacht. „Die Maschine und das Getriebe stammen aus einem Audi A8“ erzählt er. Der Motorblock liegt unter der Pritsche und kann durch ein Glasdach bewundert werden, und per Knopfdruck lässt sich die Karosse mit Luftdruck rauf und runter fahren. „Ich bin fast fertig“, sagt der begnadete Schrauber mit einem Augenzwinkern.

Das Schicksal teilte er wahrscheinlich mit allen Bulli-Fans, nämlich, dass sie immer noch etwas finden, was sie aufwerten können. Kfz-Meister Torsten Kaufmann (38) aus Döllstädt bei Gotha hat beispielsweise seine T3-Doppelkabine, ein ehemaliges Baustellenfahrzeug, zu einem komfortablen Schlafgefährt umgestaltet. Er hat dazu die Kabine einfach mit einer zweiten so verlängert, dass hinter dem Fahrer- und Beifahrersitz ein kuscheliges Doppelbett entstanden ist - natürlich alles vom TÜV abgesegnet.

VW-Bus ist nicht gleich VW-Bus

Auf eine ganz ausgefallen Idee kam Kai Rötting (42) aus dem thüringischen Großneuhausen. Er hat eine T-4-Karosse hinter den beiden vorderen Sitzen abgetrennt, auf ein Hängergestell montiert und daraus einen höchst komfortablen Schlafanhänger gemacht, den er mit seinem ebenfalls tiefblauen Bulli zieht. Die Blicke sind ihm sicher.

Dass da bei Bratwurst und dem einen oder anderen Schluck Bier der Gesprächsstoff nie ausging, liegt auf der Hand.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.