Das Ehrenamt liegt ihm im Blut

Jühnder kümmert sich seit 30 Jahren freiwillig um den Dorfteich

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Seit rund 30 Jahren pflegt Erich Klemm den Dorfteich und baute unter anderem mit einigen Bekannten das große Entenhaus.

Auch wenn der Dorfteich in Jühnde ziemlich versteckt hinter der Friedrich-Spielmann-Halle liegt, zählt er sicher zu den schönsten überhaupt in der Region - auch dank eines Mannes. 

Glasklares Wasser, gepflegtes Grün drum herum und eine ganze Schar von Enten, die sich sichtlich wohlfühlt. Zu verdanken haben die Jühnder dieses Kleinod Erich Klemm, der sich nun schon seit knapp 30 Jahren ehrenamtlich um den Teich kümmert.

„Das ist die einzige öffentliche Wasserstelle in Jühnde und deshalb ist es mir ein Anliegen, dass es hier schön aussieht“, sagt Erich Klemm. Früher sei das Gelände unterhalb des Sportplatzes Sumpfgebiet gewesen. „Als dann die Tennisanlage gebaut wurde, hat Berthold Bode den Teich ausgeschachtet und in der heutigen Form angelegt“, so der 86-Jährige.

Der Teich drohte zu verwildern

Gespeist werde der Teich von einer nahe gelegenen Quelle, aus der täglich rund 1000 Liter Frischwasser kommen.

„Als Berthold dann Ende der 90er Jahre die Pflege des Teiches aufgab und dieser längere Zeit brach lag und zu verwildern drohte, habe ich die Aufgabe eben übernommen“, erinnert sich Klemm zurück. Ehrenamtlich aktiv zu sein, das liegt Erich Klemm von jeher im Blut. 

„Ich wollte schon immer das, was wir hier in Jühnde haben, erhalten oder sogar noch verbessern“, sagt er. Das habe schon angefangen, nachdem er als Jugendlicher in den TSV Jühnde eingetreten war. „Immer dann, wenn eine Position zu vergeben war, habe ich mich dafür bereit erklärt.“

Erich Klemm ist ein Tausendsassa

Nachdem er schließlich bereits diverse Vorstandsposten innegehabt hatte, führte er den Verein 15 Jahre als Vorsitzender und wurde später von den Mitgliedern auch zum Ehrenvorsitzenden gewählt.

Neben seinem Engagement im Sportverein war Klemm über 50 Jahre im Posaunenchor aktiv, bei dem er zwischendurch ebenfalls den Vorsitz innehatte. Dazu kommen 20 Jahre als Gemeinderatsmitglied und beinahe ebenso viele im Seniorenbeirat der Samtgemeinde. Aktiv Hand angelegt hat er bei der Beschilderung der Wanderwege rund um Jühnde und bei der Pflege des örtlichen Friedhofes – und des Dorfteiches.

„Ich bin alle zwei Tage mal hier unten“, sagt Erich Klemm. Am Teich schaut er nach dem Rechten, schneidet Bäume und Hecken und sorgt dafür, dass es den Tieren gut geht.

Wasser des Teiches kippte mehrfach um

„Für die Enten habe ich vor 14 Jahren zusammen mit einigen Bekannten aus dem Dorf ein Haus gebaut, das den Tieren und ihrem Nachwuchs als Schutz dient“, sagt er. Zweimal seien im Laufe der Jahre bereits alle Fische gestorben, nachdem der Teich umgekippt war. 

„Zuletzt habe ich vor zwei Jahren alles wieder hergerichtet und anschließend auf eigene Kosten ein paar Karpfen, einen Koi und einige Rotaugen eingesetzt“, so Klemm.

„Anfang des Jahres wurde festgestellt, dass ein unsachgemäß angebrachter Überlauf des nahe gelegenen Kindergartens die Ursache für das Umkippen des Teiches ist, weil dadurch das Quellwasser verschmutzt werden kann, das den Teich speist“, sagt der 86-Jährige.

Jetzt hoffe er, dass die für den Kindergarten zuständige Samtgemeinde Dransfeld so schnell wie möglich für Abhilfe sorgt.

„Es wäre schließlich jammerschade, wenn das funktionierende Ökosystem hier noch einmal kaputt gehen würde.“

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