Kein neuer Vorstand bei Drakula, Zukunft der Bücherei weiter offen

Samtgemeindebücherei Dransfeld. Archivfoto: Sangerhausen

Dransfeld. Der Verein Dransfelder Kulturlandschaft (Drakula) hat in seiner Jahreshauptversammlung am Freitag keinen neuen Vorstand wählen können. Damit ist die künftige Trägerschaft der Samtgemeindebücherei weiterhin ungewiss.

Drakula betreibt die Bücherei im Auftrag der Samtgemeinde als Träger. Wegen des Wegzugs des bisherigen Vorsitzenden, Klaus Wiskow, muss ein neuer Vorstand gewählt werden. Der Verein, der nur 20 Mitglieder hat, hat aber keinen Kandidaten. Daher hatte die Vereinsspitze groß öffentlich zur Jahreshauptversammlung eingeladen und auch alle anderen Dransfelder Vereine angeschrieben. Denn: Ohne Vorstand muss der Verein sich auflösen, damit bricht auch der Träger für die Bücherei weg (wir berichteten).

Zur Versammlung sei etwa die Hälfte der Mitglieder erschienen sowie vier an der Bücherei interessierte Besucher, so Ramswig. Außerdem kamen Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers, Kinder- und Jugendreferent Rochus Winkler und ein Vertreter der örtlichen Musikschule.Das berichtet Steffen Ramswig, stellvertretender Vorsitzender, auf HNA-Anfrage.

Einen Kandidaten oder eine Kandidatin für das Amt des Vorsitzenden gab es indes nicht.

Am 26. Februar werde man erneut versuchen, eine Vorstandswahl hinzubekommen, sagt Ramswig. Gelingt dieser Versuch erneut nicht, beginne die Auflösung. Diese würde sich ein halbes bis ein dreivierel Jahr hinziehen. Solange würde Drakula sich auch weiter um die Samtgemeindebücherei kümmern. Auch alle bisher geplanten kulturellen Veranstaltungen werden stattfinden.

Die Samtgemeinde müsste sich dann einen anderen Kooperationspartner suchen.

Der Kulturverein hatte auch in Erwägung gezogen, mit einem anderen Verein zu fusionieren oder zu kooperieren, um die Bücherei weiterführen zu können. Samtgemeindebürgermeister Eilers hatte Unterstützung zugesichert.

Der Verein Drakula hatte versucht, Mitglieder - und damit potenzielle Vorstandskandidaten - zu werben, unter anderem mit dem Vorschlag, dass Vereinsmitglieder von der Büchereigebühr befreit würden. Stattdessen würde der Mitgliedsbeitrag von Büchereinutzern der Bücherei gutgeschrieben.

Die Samtgemeinde hatte 2004 die Trägerschaft der Bücherei ausgelagert, weil dieses Modell für die Kommune deutlich günstiger ist. Kommunale Büchereien zählen zu den so genannten freiwilligen Leistungen. Angesichts knapper Kassen war die Zusammenarbeit mit dem Verein für die Samtgemeinde eine willkommene Lösung. Derzeit erhält der Verein einen Zuschuss von 6000 Euro im Jahr. Eine bei der Samtgemeinde angestellte Teilzeitkraft würde ein Vielfaches davon kosten. (tns)

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