Stadt muss noch ein Fledermaus-Gutachten in Auftrag geben

Kreis für Seilrutschenpark am Gaußturm in Dransfeld

Optischer Trick: Beim Blick durch das Fernglas am Geologiepfad erscheint der alte Gaußturm vor dem neuen. Foto: Archiv

Dransfeld. Das touristische Vorhaben am Gaußturm stößt auf positives Echo. Dransfelds Bürgermeister Rolf Tobien: „Uns kann doch gar nicht besseres passieren.“

Der Landkreis Göttingen begrüßt aus touristischer Sicht das Vorhaben, am Gaußturm auf dem Hohen Hagen einen Seilrutschenpark einzurichten. Das sagte Pressesprecher Ulrich Lottmann auf HNA-Anfrage. Eine formale Anforderung dabei ist, dass die Fläche, auf der der Park stehen soll, aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden müsste. Dazu gebe es ein festgelegtes Verfahren, die Entscheidung liegt am Ende beim Kreistag.

Die Aspekte aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde seien bereits abgearbeitet: Der Landkreis hatte einen so genannten „avifaunistischen Fachbeitrag“ erstellen lassen, ein Gutachten, das sich mit dem Vorkommen von Eulen, Greifvögeln, Spechten, Waldschnepfen, Hohltauben und speziell mit dem Uhu befasse. Lottmann: „Der Fachbeitrag wurde vom Landkreis Göttingen beauftragt und wird auch komplett vom Landkreis Göttingen finanziert - 50 Prozent Landkreismittel, 50 Prozent Mittel aus dem Leader-Projekt Optimierung touristische Infrastruktur im Naturpark Münden.“ Zum Thema Kalkmagerrasen sagte Lottmann, dass sich südlich und westlich das FFH-Gebiet und Landschaftsschutzgebiet „Buchenwälder und Kalkmagerrasen zwischen Dransfeld und Hedemünden“ anschließe. Damit sei dieser Schutz gewährleistet. Der Landkreis sieht hier keine Hindernisse.

Nun müsse die Stadt noch ein Fledermaus-Gutachten in Auftrag geben und zwar bald, wie Stadtdirektor Marco Gerls sagt: Der Gutachter, den die Verwaltung bereits angesprochen hatte, stehe noch bis April zur Verfügung.

Bis dahin muss wiederum die Samtgemeinde entscheiden, ob sie sich finanziell an diesem Gutachten beteiligt, denn der Verwaltungausschuss der Stadt hatte, nachdem das Thema dort kontrovers diskutiert worden war, beschlossen, die Samtgemeinde dahingehend anzusprechen.

Der Samtgemeindeausschuss werde sich mit dem Thema in seiner April-Sitzung befassen, sagte Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers. Bis dahin gehen die Infos an alle Fraktionen, die Entscheidung müsse in Ruhe besprochen werden.

Das Fledermausgutachten werde bis zu 8300 Euro kosten, so Gerls. Ergeben sich durch dieses Gutachten keine Einwände, dann müsste vor der Errichtung einer Freizeitanlage der Flächennutzungsplan geändert werden - was Aufgabe der Samtgemeinde wäre - und gegebenenfalls müsste die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen (Kosten rund 30.000 Euro).

Eilers hält es generell für sinnvoll, zu ermitteln, ob und wie das Gelände weiter touristisch erschlossen werden kann, das sehe er gar nicht direkt projektbezogen.

Bürgermeister Rolf Tobien sieht das Vorhaben Seilrutschenpark sehr positiv: „Das würde das Angebot abrunden, auch der Geologiepfad würde dann wieder stärker angenommen. Uns kann doch gar nicht besseres passieren.“ (tns)

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