Manche Gäste fuhren 330 Kilometer für die Wiedereröffnung

Diese Disco ist Kult und endlich wieder so voll wie vor 50 Jahren

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Discostimmung: Die Tanzfläche war voll in der Eiche. 

Die Disco „Deutsche Eiche“ im niedersächsischen Scheden war einst Kult. Nun wird dort wieder gefeiert. Die Wiedereröffnungs-Party werden die zahlreichen Gäste nicht vergessen. 

Eine absolut gelungene Reinkarnation der Disco „Deutsche Eiche“ in Scheden ist Familie Ruchlak am Ostersonntag mit ihrem Oldieabend zur Eröffnung gelungen. Der Andrang war riesig, die lange Schlange vorm Eingang schreckte aber niemanden ab. Wären da nicht die Autos der neueren Generationen gewesen, die beidseitig die Bahnhofstraße und Nebenstraßen in Scheden lückenlos zugeparkt hatten, hätte man sich um Jahrzehnte zurückversetzt fühlen können.

Wummernde Bässe ließen die Scheiben vibrieren, eine lange Menschenschlange stand vor der Eingangstür und wartete auf den Einlass. Wer das Glück hatte, direkt Einlass zu finden, bevor die Security nur noch Gäste hereinließ, wenn Besucher von der Party gingen, traf auf sehr gute Feierlaune. Während vorne in der Kneipe alle Tische besetzt waren, wurde in der Disco gefeiert, was das Zeug hielt.

Und sie wurden alle gespielt, die Lieder, die selbst die Generation an dem Abend lautstark mitsingen konnte, die damals „noch in den Windeln lagen“ oder aufgrund der Altersbeschränkung noch nicht in die Disco durfte, als diese Lieder die Charts angeführten.

Zu Beginn wurden „99 Luftballons“ von Nena, „Ich will Spaß“ von Markus, „Carbonara“ von Spliff und viele andere Klassiker gespielt. DJ Oliver Grüntler heizte die Stimmung punktgenau und flächendeckend auf, immer offen für die Musikwünsche der Gäste.

Später wurde dann die Musik deutlich aktueller. Selbst Gäste, die an den Stehtischen standen, konnten nicht stillstehen, während auf der Tanzfläche die Arme hochgerissen wurden. Disconebel und Laserlichtbeleuchtung perfektionierten das Partyfeeling.

Lange Schlange: Erst wenn Gäste die Party verließen, durften aufgrund der Sicherheitsbeschränkungen die nächsten in die Eiche. Foto: Margitta Hild

Mit einem Eintritt von fünf Euro, Preisen von 1,50 Euro pro Getränk, ist es das Ziel von Familie Ruchlak, kostendeckend zu arbeiten. Wenn sie nach Abzug aller Kosten wie Sicherheitsdienst, Gema, Einkauf und anderem eine schwarze Null stehen haben, sei das Ziel erreicht. „Die Leute hatten richtig Spaß und unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Leider sind die Älteren musikalisch etwas zu kurz gekommen. Daher ist der nächste Oldieabend für Leute Ü 30“, so Harald Ruchlak.

Einen nächsten Termin gibt es noch nicht. „Wir werden sehen, wie der Abend heute läuft. Wenn alles gut geht, friedlich bleibt, dann gerne wieder“, meint Ehefrau Angelika lächelnd. Wie groß das Interesse an der Veranstaltung war, zeigte, dass Leute in der Warteschlange selbst bis nach Mitternacht bei empfindlich abgekühlten Temperaturen noch auf Einlass hofften.

Viele Gäste hatten lange Anfahrten für diesen Eröffnungsabend in Kauf genommen. Unter ihnen auch der erste DJ Carl-Heinz Rydmann, der den damaligen Besitzer Horst Jünemann dazu überredet hat, eine Disco zu eröffnen. 330 Kilometer war er aus Bad Dürkheim (Pfalz) gefahren, um diesen Abend mitzuerleben: „Ein super Abend. Es ist so voll wie vor 50 Jahren“, freute er sich.

„Ich hätte nie gedacht, dass das so ein Erfolg wird“, meinte Besitzer Harald Ruchlak, der gemeinsam mit Ehefrau Angelika, Tochter Nadine Scheibe, Schwiegersohn Andreas Scheibe und weiteren Helfern an diesem Abend hinter der Theke keine ruhige Sekunde hatte.

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