Predigt in St. Martini

Landesbischof Ralf Meister besucht Dransfeld

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Gestenreiche Predigt, ein nachdenklicher Schubs zum Innehalten: Landesbischof Ralf Meister in der Dransfelder St. Martini-Kirche.

Die St.-Martini-Kirche in Dransfeld freute sich über einen besonderen Gast: Landesbischof Ralf Meister war zu Gast und gab in seiner Predigt neue Einsichten zum Osterfest kund.

„Nein, Sie haben kein Kirchenjubiläum verpasst. Unser Bischof kommt einfach so in einen ganz normalen Sonntagsgottesdienst. Er findet nämlich, dass es keinen besonderen Anlass braucht, damit er mit uns zusammen Gottesdienst feiert“, schrieb Pastorin Almuth Wiesenfeld in der Einladung.

Viele Gemeindemitglieder waren dieser Einladung gefolgt und füllten am Sonntagvormittag zahlreich die Bänke der St.-Martini-Kirche in Dransfeld. Gemeinsam betraten Pastorin Almuth Wiesenfeldt und Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Ralf Meister, die Kirche.

Das Orgelspiel setzte ein und – wer es glaubt oder nicht –  die ersten leichten Sonnenstrahlen an diesem eher trüben Tage erhellten die Kirche. „Herzlich willkommen an diesem Sonntag „Lätare“, was so viel bedeutet wie „Freue Dich“. Man kann diesen Sonntag auch als „Kleines Ostern“ überschreiben. 

Denn wir sind ja mitten in der Passionszeit, einer Zeit in der es eher nachdenklich als freudig zugeht“, empfing Pastorin Wiesenfeld die Gottesdienstbesucher während ihrer Begrüßung. Und doch hat dieser nachdenkliche Weg das Ziel Ostern. „Und dieser Weg ist ein fröhliches Ziel“, so Wiesenfeldt. 

Mit Liedern wie „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ oder „Nun lob, mein Seel, den Herrn“ und zum Teil wechselseitig gesprochenen Gebeten wurde der Gottesdienst gefeiert.

„Liebe Gemeinde, ich bin gerne wieder zu Ihnen gekommen und freue mich über eine Kirche, die gefüllt ist. Das kürzeste Gebet, das ich kenne, ist das, welches von klein auf das Mittagsgebet in unserer Familie war: Lieber Gott, wir danken dir, dass wir heute wieder satt werden“, begann Landesbischof Ralf Meister seine Predigt. Dieses Gebet besteht aus elf Worten. 

Elf Worte, die das Zentrum seiner intensiven, gestenreichen Predigt bildeten, und auf die Verschwendung, Völlerei und den Materialismus unserer Zeit hinwiesen, während die Besucher konzentriert andächtig den Worten folgten.

Ein Gebet, das durch die Erfahrungen des Hungers seiner Mutter in Kriegs- und Fluchtzeiten in die Familie gekommen ist und ihn zeitlebens begleitet. So erzählte seine Mutter: Wenn der richtige Hunger kommt, der so weh tut und schmerzt, dass man nichts mehr hat außer Hunger. 

Dann denkt man an gar nichts mehr, sondern nur noch an den Hunger. „Und, die wir ständig satt sind, trifft dieser Satz bis in Mark“, so Landesbischof Meister. (ymh)

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