Erinnern mit Abstand und Masken

Mahnwache anlässlich des Jahrestages von Atomkatastrophe in Tschernobyl

Unter strikter Einhaltung der Vorschriften konnte die Mahnwache abgehalten werden.
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Unter strikter Einhaltung der Vorschriften konnte die Mahnwache abgehalten werden. Unter strikter Einhaltung der Vorschriften konnte die Mah nwache abgehalten werden.

Maximal 20 Personen durften unter strikter Einhaltung der strengen Vorschriften eine Mahnwache abhalten

Es war schon ein etwas merkwürdiges Bild, das sich den Passanten und Autofahrern da am Sonntagnachmittag bot. Überwiegend mit Gesichtsmasken ausgestattet und mit gehörigem Abstand voreinander entfernt sitzend war es den Teilnehmern – wenn überhaupt – nur möglich, jeweils mit dem direkten Nachbarn ins Gespräch zu kommen.

„Angesichts der Corona-Kontaktbeschränkungen sind wir froh, vom Landkreis überhaupt kurzfristig die Genehmigung erhalten zu haben, hier mit maximal 20 Personen und unter strikter Einhaltung der strengen Vorschriften eine Mahnwache abhalten zu können“, meinte Mitorganisator Ernst Achilles-Wengel. „In Tschernobyl und vor neun Jahren dann auch in Fukushima ist deutlich geworden, dass die Atomtechnologie nicht beherrschbar ist“, betonte Achilles-Wengel die Dringlichkeit, auch so viele Jahre danach an diese Ereignisse erinnern zu müssen. „Wir gedenken heute der Opfer und denken an die Menschen, die immer noch erhebliche gesundheitliche Folgen zu tragen haben, auch in den bereits folgenden Generationen.“

Unter strikter Einhaltung der Vorschriften konnte die Mahnwache abgehalten werden.

Die Waldbrände, die in den vergangenen Wochen rund um das zerstörte Kernkraftwerk von Tschernobyl wüteten und durch die erneut Radioaktivität freigesetzt wurde, hätten außerdem gezeigt, dass das Thema Tschernobyl noch immer nicht erledigt sei. Und für Achilles-Wengel und seine Mitstreiter habe es noch einen weiteren Grund für diese Aktion gegeben. Völlig überraschend sei die Bevölkerung Anfang März darüber informiert worden, dass auf dem Gelände des zurückgebauten Atomkraftwerks Würgassen ein Atommüll-Großlager für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll errichtet werde, der dort gesammelt, später ins Endlager Schacht Konrad transportiert und dort eingelagert werde.

Spätestens 2027 werde mit einem hohen Aufkommen von Atommülltransporten im weiteren Umland des nur 30 Kilometer Luftlinie von Dransfeld entfernten Würgassen zu rechnen sein. „Würgassen darf ohne ein transparentes Verfahren und ohne Beteiligung der dort lebenden Menschen nicht zum Atommüll-Verschiebe-Bahnhof werden“, so die Forderung der Mahnwachen-Teilnehmer.

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