Ausschussvorsitzende Petra Kliemand ist sauer auf Bedenkenträger

Naturschutz und Kosten contra Kletterpark auf dem Hohen Hagen?

Modell: Ein Rutsch- und Kletterpark am Hohen Hagen könnte etwa so aufgestellt sein. Archivfoto: Schröter

Dransfeld. Ein Kletter- und Seilrutschpark auf dem Hohen Hagen unterhalb des Gaußturms: Diese Idee des Investors Alexander Fischer kam zunächst gut an. Doch die Stimmung ist gekippt.

Ende vergangenen Jahres war die Idee in einer Sitzung des Tourismusausschusses der Stadt Dransfeld erstmals vorgestellt worden.

Nachdem sowohl der Ausschuss für Jugend, Soziales und Tourismus (AJST) der Stadt Dransfeld als auch der Verwaltungsausschuss vergangene Woche getagt haben, ist Ratsmitglied Bernd Lesser, Freie Wähler, sauer: Die Grünen hatten sich im AJST gegen das Vorhaben ausgesprochen und sowohl Kosten als auch ökologische Bedenken ins Feld geführt - Gutachter- und Planungskosten sowie Sorge um einen Kalkmagerrasen.

Das Thema war dort dann heftig diskutiert worden, berichtet Ausschussvorsitzende Petra Kliemand, die Debatte ging offen aus. Auch sie ist verärgert, denn es ist nicht die erste Idee zur touristischen Aufwertung des Gaußturm-Geländes, die, nachdem schon viel Vorarbeit geleistet wurde, mit Bedenken überhäuft wird. Das töte jegliches Engagement.

Zum Hintergrund: Das Gelände liegt im Landschaftsschutzgebiet, der Schutzstatus müsste teilweise aufgehoben werden, damit ein Kletterpark gebaut werden kann. Ein Gutachten ist bereits durch den Landkreis erstellt worden, in dem unter anderem nach Uhus gesucht worden war - es wurden übrigens keine gefunden. Ein Fledermausgutachten, für das der Stadt Kosten (etwa bis 8000 Euro) entstehen würden, steht noch aus. Nun solle der Investor die Hälfte dieser Kosten übernehmen, ohne zu wissen, ob sein Vorhaben nachher überhaupt eine Mehrheit finde, skizziert es Lesser. So könne man Investoren natürlich auch verprellen.

Er könne nicht verstehen, warum „künstlich nach Problemen gesucht“ werde, um am Ende wieder eine gute Idee zu den Akten zu legen. Schon der Geo-Caching-Pfad, der bereits zu 90 Prozent finanziert war, sei so totgeredet worden.

Lesser befürchtet, dass es dieser Idee ebenso ergehen werde. Er habe zu einem städtebaulichen Vertrag geraten, mit dem die Stadt Farbe bekennen müsste, ob sie eine touristische Anlage am Gaußturm will oder nicht. „Ich bin Tourismusmanager mit Herz und liebe die Natur, Tiere und Pflanzen in unberührter Umwelt. Aber es muss auch Orte für Menschen geben, die diese Räume dann nutzen dürfen.“

Der Landkreis stehe, vorbehaltlich der geforderten Gutachten, hinter dem Vorhaben, so Tourismusausschuss-Vorsitzende Kliemand. „So ein Kletterpark ist doch das Beste, was wir dort oben machen können“, sagt sie. Es würden keine großen Gebäude entstehen, sondern lediglich Türme, die mit Stahlseilen untereinander verbunden werden. Außerdem hatte der Investor den Aspekt Gauß in sein Konzept einbezogen: Um den Besuchern die Geschichte des Mathematikers Carl-Friedrich-Gauß, seiner berühmten Triangulation und des nach ihm benannten Turms näher zu bringen, könne er sich auch vorstellen, in den einzelnen Türmen im Stile kleiner Museen davon zu erzählen, hatte er im vergangenen Jahr dem Ausschuss berichtet. Die Beeinträchtigung der Natur wäre verhältnismäßig gering, „außer man hat Angst davor, dass zuviele Menschen dort sein könnten.“

In den Gaußturm seien schon mehrere 100.000 Euro geflossen, erinnert Lesser. Doch ohne touristisches Angebot habe ein Gaußturmrestaurant keine Chance. (tns)

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