1,5 Millionen Liter Wasser fließen sonst in den Becken

Das Wasser bleibt drin: So überwintert das Freibad in Dransfeld

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Frostschutz: Badleiter Matthias Corde kontrolliert die Eisdruckpolster.

Dransfeld. Wie ein Freibad im Sommer aussieht, hat wohl jeder schon einmal gesehen. Doch nur die wenigsten wissen: Ein Schwimmbad über den Winter zu bringen, ist harte Arbeit. Das gilt auch für das Dransfelder Erlebnisbad.

Außerhalb der Freibadsaison von September bis Mai bleibt das Bad geschlossen. In dieser Zeit ist es muksmäuschenstill. Die Anlagen sind außer Betrieb. Das Wasser steht, Algen haben es grün gefärbt. Denn im Winter wird das Wasser weder gechlort, noch gefiltert. Dennoch bleibt es während der Winterpause im Becken, jedenfalls was das Sportbecken und das Becken mit der Wasserrutsche betrifft.

„Da unser Freibad am Berg liegt, lassen wir das Wasser drin. Der Druckausgleich bewahrt die Beckenwände vor Schäden“, erklärt Badleiter Matthias Corde. Lediglich im Planschbecken wird das Wasser abgelassen. Mit einer Wassertiefe von 30 bis 60 Zentimetern ist es so flach ist, dass es zufrieren würde.

Die Becken überwintern ohne Abdeckung, lediglich Eisdruckpolster schwimmen am Beckenrand und verhindern, dass dieser durch den Frost aufplatzt.

Trotz all der Vorsichtsmaßnahmen hinterlässt der Winter jedes Jahr Spuren: Fliesen platzten auf und müssen vor Saisonbeginn ausgetauscht werden. „Ein Freibad ist sehr wartungsintensiv“, sagt Corde. So bestehe das Erlebnisbad im Frühjahr aus einer Reihe großer und kleiner Baustellen.

Bevor sich die Badegäste wieder in den Becken und auf der Liegewiese tummeln können, muss das Erlebnisbad also auf Vordermann gebracht werden. Zwei Monate, von März bis Mai, dauert das. „Den Großteil der Vorbereitunsarbeiten mache ich allein“, so Corde. Unterstützung bekommt er von einem Gärtner und den Reinungskräften. Auch der Förderverein packt tatkräftig mit an.

Bevor wieder Schwimmer ihre Bahnen ziehen können, muss das Wasser in den Becken ausgetauscht werden. Bis das Sportbecken leer ist, dauert es eine Woche. Dieselbe Zeitspanne nimmt die Reinigung des Beckens in Anspruch. Auch die vier Wasserpumpen und die Filter müssen wieder in Betrieb genommen werden. In der Winterpause werden die Siebe aus allen Filtern geholt und gründlich geschrubbt. Ebenfalls in die Winterpause fallen große Sanierungsarbeiten, wie etwa das Austauschen des Filtermaterials.

Während der gesamten Winterzeit hat Matthias Corde frei. Nur einmal pro Woche schaut er im Erlebnisbad nach dem Rechten. „Im Winter bummel’ ich meine Überstunden ab“, so der Schwimmmeister. Denn in der Freibadsaison arbeitet er sieben Tage die Woche. Während er das Erlebnisbad auf die Saison vorbereitet, kommen pro Tag sogar zehn bis zwölf Stunden Arbeit zusammen. Doch wenn Corde im Sommer die planschenden Kinder vor Vergnügen quietschen hört, weiß er: Es hat sich gelohnt.

Das Erlebnisbad Dransfeld in Zahlen

Im Sommer lädt das Erlebnisbad Dransfeld zum Toben und Sonnen ein. Abkühlung bieten das Sportbecken, ein Becken mit Rutsche und das Planschbecken. Hier sind die Zahlen zum Bad.

16.512 Quadratmeter groß ist das Gelände des Erlebnisbades insgesamt. 20.000 Euro kostet es jedes Jahr, das Bad auf die Badesaison vorzubereiten. 7500 Euro fallen dafür an, das Bad winterfest zu machen.

32.500 Besucher zog es während der Badesaison 2017 ins Dransfelder Freibad. Im Vorjahr kamen noch 6620 Besucher mehr. Wie Matthias Eilers, Bürgermeister der Samtgemeinde Dransfeld mitteilt, lag das vor allem am anhaltenden Regenwetter.

52.925 Euro kamen 2017 durch Besuchereinnahmen zusammen. Mit den Eintrittspreisen allein können die Kosten fürs Bad nicht gedeckt werden. 183 000 Euro gibt die Samtgemeinde Dransfeld jährlich dazu, um die Kosten für das Freibad zu decken.

1.500.000 Liter Wasser fließen im Bad. 1,1 Millionen sind es im Sportbecken, das Rutschenbecken enthält 300.000 Liter.

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