Pilzbefall: Eschen fallen am Schrader-Weg in Dransfeld

Dransfeld. Der Pilz aus Asien hat zugeschlagen: Eschen am Hohen Hagen müssen gefällt werden, weil die Triebe durch den Pilzbefall absterben. Anfang nächster Woche beginnen die Holzarbeiten.

Der Friedrich-Schrader-Weg in Dransfeld beim Campingplatz wird Anfang nächster Woche zur Forstbaustelle: Die Eschen, die den Weg dort zur Allee machen, müssen gefällt werden, berichtete Jörg Brandt, Vorsitzender der Realgemeinde in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt. Der Abschnitt gehört zum Teil der Feldmarksinteressentenschaft Dransfeld, zum Teil der Realgemeinde.

Der sonst gern begangene Wanderweg werde dann gesperrt. Die Arbeiten koordiniert Revierförster Manfred Budde. Montag werde der so genannte „Powercut“, eine spezielle Forstmaschine, umgesetzt, erläutert Budde auf Anfrage.

Das Fällen an sich werde ein bis zwei Tage dauern, wenn das Wetter mitspielt. Er hoffe, dass binnen einer Woche die Bäume weggeräumt sein können. Momentan sei es unproblematisch, sie eine zeitlang zu lagern, weil zu dieser Jahreszeit weder Igel noch Vögel versuchen, Holzhaufen zu besiedeln. Das Holz werde zu Holzhackschnitzeln verarbeitet.

Die Eschen seien so stark geschädigt, dass sie eine Gefahr für die Wegbenutzer darstellen. Die ausladenden Kronen, deren Äste auch über den Zaun des Campingplatzes reichten, seien immer wieder beschnitten worden, so Budde. Doch mittlerweile komme man um eine Fällung nicht mehr herum. Stämme seien morsch, durch manche könne man hindurchsehen. Die Maßnahme sei mit der Unteren Naturschutzbehörde abgeklärt. Das betroffene Gebiet unterliege keinerlei Schutzstatus.

Es sei nun ein radikaler Schnitt, aber unter den kranken Bäumen gebe es bereits Nachwuchs: Bergahorn und Kirsche seien vom benachbarten Wald eingeflogen. Man werde auf diese jungen - 30 bis 40 Jahre alten - Bäume bei den Fällarbeiten Rücksicht nehmen. Deshalb komme auch der Powercut zum Einsatz: Diese Holzerntemaschine hat zwei Greifarme, einer davon mit einer Säge ausgestattet. So könne der eine Arm greifen und sägen, der andere den Baum ebenfalls fassen und ihn anschließend zielgenau ablegen.

Mit der Spezialmaschine sei es zudem möglich, die Bäume in drei bis vier Metern Höhe abzuschneiden, also über dem Zwiesel, der Aufgabelung des Stammes. Die langen Stumpen bleiben stehen. Sie seien ökologisch wertvoll, erläutert der Förster, bieten sie doch Lebensraum für viele Mikro-Organismen, Insekten und Moose, die Hohlräume unter den Wurzeln werden gern von kleinen Tieren besiedelt.

Der Powercut fährt auf Ketten und drücke sich nicht tief in den Waldboden ein. Dennoch würde man lieber auf gefrorenem Boden, der am besten noch von einer Schneeschicht bedeckt ist, arbeiten, sagt Förster Budde.

Doch Frost ist nicht in Sicht und man könne nicht alle Arbeiten immer wieder aufschieben. Damit hatte der Forst bereits im vorigen Jahr Probleme. Zumal der Frühling in den vergangenen Jahren auch sehr früh einsetzte. So lasse es sich nicht vermeiden, dass der Weg unmittelbar nach den Arbeiten ausgefahren aussieht. Er werde aber wieder hergerichtet. (tns)

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