Pilzberater geben Tipps: Erst lernen, dann sammeln

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Genießbar oder nicht? Während der Garten-Safranschirmling, den Pilzberaterin Gudrun Fricke-Bode in der Hand hält, ohne Bedenken gegessen werden kann, ist der Speisewert des von Frank Dicks präsentierten Büschelraslings umstritten. 

Dransfeld. Für Pilzfreunde ist 2017 ein ausgesprochen gutes Jahr. Der warme und feuchte Sommer sorgte dafür, dass die Pilze jetzt im Herbst nur so sprießen.

Wer sie sammelt und zuhause zu einem leckeren Gericht verarbeiten will, sollte jedoch genau wissen, was er tut.

Wer nicht hundertprozentig sicher ist, was er da im Korb hat und eine Magenverstimmung oder gar eine Vergiftung vermeiden will, der sollte einen Pilzsachverständigen zurate ziehen.

Die Dransfelderin Gudrun Fricke-Bode ist eine solche Pilzberaterin. 2008 legte sie zusammen mit ihrem Mann Frank Dicks eine entsprechende Prüfung ab, veranstaltet seither Lehrwanderungen für interessierte Pilzfreunde und ist im Giftinformationszentrum des Göttinger Uniklinikums als Pilzberaterin im Vergiftungsfall gelistet. Und im Zweifelsfall überprüft sie eben auch die Funde anderer auf deren Genießbarkeit.

„Zu den Pilzen bin ich durch meinen Sohn gekommen“, sagt die 48-Jährige, die hauptberuflich als biologisch-technische Assistentin am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen arbeitet. „Weil er immer raus wollte, bin ich mit ihm viel in den Wald gegangen und wir haben dabei natürlich auch Pilze gefunden“, so Fricke-Bode. Dabei habe sie dann gemerkt, wie wenig sie darüber wusste. „2006 habe ich dann zusammen mit meinem Mann eine Lehrwanderung bei der mobilen Pilzschule mitgemacht und seither hat mich das Thema nicht mehr losgelassen.“

So schön das Hobby Pilzsammeln auch sei – gefährliches Halbwissen kann zu ernsthaften Schäden führen. Daher der Tipp der Expertin: Wirklich nur das mitnehmen, was man sicher kennt! „Wackelkandidaten sollte man entweder im Wald stehen lassen oder jemanden fragen, der sich besser auskennt“, sagt Fricke-Bode.

Falsche Champignons

Einen Großteil der Vergiftungen, mit denen sie konfrontiert wird, mache der Verzehr von vermeintlichen Champignons aus. Wenn diese „falschen Champignons“ (Karbolegerlinge) sich dann unter großen Beschwerden ihren Weg durch den Magen-Darm-Trakt suchen, bestehe immer auch der Verdacht, dass es vielleicht auch die weitaus gefährlicheren Knollenblätterpilze gewesen sein könnten. „Wenn man befürchtet, dass sich eine Pilzvergiftung anbahnt, sollte man umgehend die Pilzreste aus dem Mülleimer hervorkramen, Erbrochenes oder Essensreste gut verpacken und sich mit alledem sofort von einem Fahrer ins nächste Krankenhaus bringen lassen“, rät Gudrun Fricke-Bode. „Es ist extrem wichtig, dass jeder, der eigenständig Speisepilze sammeln will, die dazugehörigen möglichen Giftpilze sicher kennt“, sagt sie.

Eine Möglichkeit, sich zu informieren, sei die Teilnahme an einem Seminar für Anfänger oder an einer Lehrwanderung. „Dort bekommt man in erster Linie wichtiges Basiswissen“, so Fricke-Bode, für die es „ohne fundiertes Grundwissen unmöglich ist, Pilze sicher zu erkennen.“

Lehrwanderungen

Die nächsten Lehrwanderungen veranstaltet Gudrun Fricke-Bode am Samstag, 28. Oktober, im Reinhardswald (Treffpunkt 9 Uhr auf dem Netto-Parkplatz in Reinhardshagen/Veckerhagen; Kosten: 75 Euro pro Person, Kinder frei; Anmeldung erforderlich unter mail@pilztreff.de). Am Sonntag, 20. Oktober,  geht es dann ab 14 Uhr drei Stunden lang in Dransfeld vom Parkplatz des Erlebnisbades in Richtung Hoher Hagen durch den Wald. Kosten: 15 Euro pro Person, Kinder frei. Weitere Infos: www.pilztreff.de. 

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