Rat in Jühnde sagt ja zu 215 Meter hohen Windrädern

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Höhenbegrenzung: Die Samtgemeinde hat den Flächennutzungsplan nach der Kritik vom Landkreis noch einmal überarbeitet und die Höhenbeschränkung für Windräder auf 215 Meter ausgeweitet.

Jühnde. Die Gemeinde Jühnde hat der 10. Änderung des Flächennutzungsplanes der Samtgemeinde Dransfeld zur Ausweisung von Sondergebieten für die Windenergienutzung unter gewissen Bedingungen zugestimmt.

Die Entscheidung fiel mit fünf Ja-, einer Neinstimme und vier Enthaltungen.

Nachdem in der ursprünglich vom Samtgemeinderat bereits verabschiedeten Flächennutzungsplanänderung eine Höhenbeschränkung von 185 Metern für Windkraftanlagen festgeschrieben worden war, hatte der Landkreis signalisiert, diese Änderung so nicht genehmigen zu würden. Die Begründung der Samtgemeinde, das Landschaftsbild werde durch höhere Anlagen zu sehr beeinträchtigt, sei nicht Grund genug und signalisiere eine Verhinderungsplanung.

Nachdem die Samtgemeinde den Plan nun noch einmal überarbeit, die Höhenbeschränkung auf 215 Meter ausgeweitet und ihn dann wieder zur Stellungnahme ausgelegt hatte, waren neben Behörden und Trägern öffentlicher Belange nun auch die Mitgliedsgemeinden erneut gefordert.

„Ich bedauere sehr, dass die Höhenbeschränkung von 185 Metern abgelehnt wurde“, betonte Jühndes Bürgermeister Dietmar Bode (SPD).

Um nicht Gefahr zu laufen, noch höhere Anlagen auf die Sonderfläche zwischen Jühnde und Bördel gestellt zu bekommen (derzeit werden Prototypen von bis zu 236 Metern Höhe getestet), halte er es aber für wichtig, dass eine Obergrenze erhalten bleibt. „Deshalb stimme ich für die Beschränkung auf 215 Metern“, sagte Bode.

Weil für viele Bürger die blinkende und weithin sichtbare Befeuerung der Windräder ein großes Problem darstelle, fordere die Gemeinde Jühnde aber gleichzeitig, im Flächennutzungsplan eine bedarfsgerechte Beleuchtung festzuschreiben. Dafür sollten die Blinklichter zum einen dimmbar sein und nur dann leuchten, wenn es unbedingt nötig ist. „Soweit das denn technisch möglich ist und von der Flugsicherung gestattet wird“, so Bode.

Weitere Stimmen in der Diskussion:

Frank Scheidemann (SPD): „Ich fühle mich in diesem Fall als Marionette, weil ich als Ratsmitglied nicht das umsetzen kann, was ich will. Obwohl ich von Anfang an für eine Höhenbeschränkung der Windräder auf 215 Meter gewesen bin, habe ich wegen des Drucks aus der Bevölkerung für die Beschränkung auf 185 Meter gestimmt. Nun kommt der Landkreis und wirft alles wieder um. Ich fühle mich bei diesem Thema als Amateur und finde das vom ganzen Verfahren her nicht gut. Deshalb werde ich mich bei der Abstimmung auch enthalten.“

Karsten Harriehausen (CDU): „Ich bin hin und her gerissen! Die Beschränkung auf 185 Meter war aus meiner Sicht sinnvoll. Die Argumente des Landkreises kann ich in diesem Fall nicht nachvollziehen.

Eigentlich sollte die Beschränkung auf 185 Meter beibehalten werden, aber andererseits hat der Landkreis seine Zustimmung für eine Beschränkung auf 215 Meter signalisiert und das sollten wir festmachen, bevor es am Ende gar keine Höhenbeschränkung gibt und dann noch größere Anlagen gebaut werden.“

Ernst Achilles-Wengel (Grüne): „Für mich hat sich an der Begründung für die 185-Meter-Beschränkung nichts geändert. Wir sollten nach wir vor dazu stehen und zusätzlich die bedarfsgerechte Befeuerung der Anlagen fordern. Ich sehe bei Anlagen von 215 Metern Höhe eine sehr starke Beeinträchtigung für die Jühnder Bevölkerung.“

Der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt der Samtgemeinde Dransfeld wird sich in seiner Sitzung am Mittwoch, 27. Januar, ebenfalls mit dem Flächennutzungsplan befassen. Die Sitzung ist öffentlich und findet ab 18 Uhr im Rathaus in Dransfeld statt. 

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