Die Comedy Company brachte den "spontanen Wahnsinn" nach Dransfeld 

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Szene aus „Die Gletscherspalte“: Die Akteure Stefan Graen, Katrin Richter und Michael Zalejski (von links).

Dransfeld. Es braucht schon eine gehörige Portion spontanen Wahnsinns, um sich vom Publikum Ort, Thema, Titel und Genre zurufen zu lassen und dann den „Film" auf der Bühne zu spielen.

Genau das taten die Akteure der Comedy Company am Donnerstagabend in der Dransfelder Stadthalle.

Eingeladen hatte der Verein Dransfelder Kulturlandschaft (Drakula) in Kooperation mit dem Kinder-und Jugendbüro Dransfeld. Titel des Abends: „Die lange Filmnacht“. 130 Karten waren verkauft worden und einige Besucher kannten die Comedians bereits. Es wurde eine energiegeladene Nacht des Impro-Theaters.

Im Laufe des Abends verstrickten sich die Akteure immer tiefer in die frisch konstruierten, kuriosen Geschichten, während das Publikum durch Applaus bestimmte, welche Stücke weiter gesponnen wurden und welche rausflogen.

Vier Stücke wurden spontan durch Zurufe vom Publikum kreiert. „Blut“, ein Thriller, der in Afrika spielt, von der Suche nach einem Diamanten westlich der Antilopen handelt, bei der ein Afrikaner namens Molumba vom Stamm der Mulukkos bei der Suche hilft. Eine zweifache Doppelagentin wurde auf die Suche geschickt, um den Edelstein vor den Russen zu finden.

„Der Idiot“ - ein Stück aus der Weltliteratur, Schauplatz Moskau, und eine der Hauptpersonen fägt an zu bluten, sowie sie auf Teppich gegeht. „Der struppige Waschbär“, ein Musical über einen Zoo, der pleite ist: Um zu verhindern, dass die Seehunde vom reichen Käufer des Zoos geschreddert werden, muss zur Zoorettung der alte, einarmige Wärter Schmidtke für Vorstellungen wieder zu dem alten Zoo-Waschbären zurückkommen, der ihm vor Jahren hungrig den Arm abgebissen hatte.

„Die Gletscherspalte“, ein österreichisches Drama um die kühemelkende Bauerntochter Lieselmarie vom Glückshof. Liebe, Wilderer und eine Gletscherspalte, in der nach und nach ein Auto, ein zweiköpfiges Kalb, Lieselmaries Vater und ein Bösewicht landen. Oft hatten Stefan Graen, Katrin Richter, Lars Wätzold und Michael Zalejski selbst Lachanfälle auf der Bühne und brachten Zuschauer mit ihren spontanen Ideen, die turbulenten Stücke kurios voranzutreiben, zum Kreischen. Bei den wahnwitzigen Ideen, die den Darstellern in sekundenschnelle in den Kopf schossen, Arien und Liedern, die an diesem Abend Weltpremiere feierten, weil sie vorher gar nicht existierten, blieb kein Auge beim Publikum trocken. (ymh)

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