Leben für die Gemeinschaft

Stadt Dransfeld verabschiedet Verwaltungshelfer Erich Brickmann

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Verabschiedung im Rathaus: Mathias Eilers (links), Erich Brickmann und Carsten Rehbein blickten auf ein bewegtes politisches Leben zurück. 

„Die Stadt Dransfeld und der Name Erich Brickmann sind eng miteinander verbunden“, sagt Dransfelds Bürgermeister Carsten Rehbein.

„Lange Jahre traten Sie für die Belange Ihres Ortes und der Stadt Dransfeld ein, auch über die Belange der eigenen Partei hinweg.“ Gemeinsam mit Samtgemeindebürgermeister Mathias Eilers und Hauptamtsleiter Marco Gerls verabschiedete er Erich Brickmann kürzlich in den politischen Ruhestand.

Der Varmisser war von 1981 bis 2011 für die CDU politisch aktiv: 30 Jahre im Rat der Stadt und 25 Jahre im Rat der Samtgemeinde. In dieser Zeit erlebte er vier Bürgermeister der Stadt und drei Samtgemeindebürgermeister. Zuletzt legte er sein Amt als Verwaltungshelfer in Varmissen Ende 2019 nieder. Als Ansprechpartner für Bürger erledigte er unter anderem Gänge für Senioren zum Amt und bestückte den Infokasten im Dorf.

Als einige Erfolge seiner politischen Laufbahn zählt der heute 89-Jährige die Neubaugebiete Über dem Kreuzstein und Rottenbreite in seinem Heimatort, die Dorferneuerung 2005, die Abbiegespur von der Bundesstraße nach Varmissen sowie den kürzlich erbauten Fußweg vom Dorf zur Bushaltestelle an der B3. Nur mit einer Beleuchtung des Weges wäre er noch zufriedener gewesen, sagt er gerade heraus.

Das Schützenhaus Varmissen stand vorher in Wellersen

Einem Lebenslauf wie dem von Erich Brickmann gerecht zu werden, scheint angesichts seiner vielen Tätigkeiten und Ehrenämter schlicht unmöglich. Brickmann lernte ab 1946 das Schmiedehandwerk bei seinem zukünftigen Schwiegervater Ottomar Bühnert in Varmissen. Ein Jahr später trat er in die Freiwillige Feuerwehr Varmissen ein, bei der er noch heute Mitglied ist.

Ab 1952 war er als Geselle im Stahlbau in Nürtingen tätig und arbeitete anschließend als Schweißer in Kassel.

1955 kehrte er zurück nach Varmissen und heiratete seine Frau Ingeborg, mit der er drei Kinder bekam. „Ohne meine Frau hätte ich das alles nicht geschafft“, sagt Brickmann heute.

1962 gründete Brickmann, mittlerweile Schmiedemeister, den Schützenverein Varmissen und wurde dessen erster Vorsitzender. Das Schützenhaus haben er und die anderen Gründer mit Steinen des ehemaligen Häuschens am Bahnübergang Wellersen gebaut, erinnert sich Brickmann. „Wir haben einen Trecker genommen und die Steine eingeladen“, erzählt er.

Bundesverdienstkreuz für Tätigkeiten im Metallberuf

Es folgte die Übernahme der Schmiede in Varmissen und die Wahl zum Lehrlingswart 1963. 1968 legte Brickmann eine Prüfung zum Wasserinstallateur und Gasfachmann ab. 1983 wurde er Obermeister der Metallinnung Hann. Münden und richtete ein Jahr später den vierten Niedersachsentag in der Stadt aus. „Damals haben wir Pferde auf dem Schlossplatz beschlagen“, erinnert sich der 89-Jährige.

1994 gründete er den Verschönerungsverein Varmissen mit und wurde dessen erster Vorsitzender. 2002 wurde er zum Ehrenobermeister der Innung gewählt. Im selben Jahr erhielt Brickmann das Bundesverdienstkreuz am Bande vom damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau für seine Tätigkeiten im Metallberuf. 2009 meldete er nach 46 Jahren Selbstständigkeit seinen Betrieb ab, denn ein Nachfolger war nicht in Sicht.

Zwei Jahre später trat er schließlich auch nicht mehr zur Wiederwahl an. Nachdem er nun sein letztes politisches Amt abgegeben hat, verbringt er seinen Ruhestand mit seiner Familie.

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