Göttingen rudert bei Einwand gegen Dransfelder Baugebiet zurück

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Dransfeld. Die Stadt Göttingen hat gegenüber der Stadt Dransfeld ihre Einwände gegen das geplante Baugebiet Zaunstätte zurückgezogen. Dransfelds Stadtdirektor Marco Gerls erhielt einen entsprechenden Anruf von Göttingens Baurat Thomas Dienberg.

„Wir sind bei unserer Stellungnahme vom 18. Dezember 2015, in der wir die Ausweisung von Wohnbauflächen im Bereich Zaunstätte abgelehnt haben, von einer falschen Annahme ausgegangen. Nämlich der, dass das neuauszuweisende Baugebiet „Zaunstätte“ mit seinen 3,6 Hektar Wohnbaufläche zusätzlich zu den schon vorhandenen und bislang nicht genutzten 8,5 Hektar Wohnbaufläche im Flächennutzungsplan der Stadt ausgewiesen wird, also dann zusammen im Flächennutzungsplan zwölf Hektar Wohnbauflächen ausgewiesen wären. Das wäre deutlich über den Bedarf der Stadt hinausgegangen“, so Göttingens Pressesprecher Detlef Johannson. Da es sich aber nicht um eine zusätzliche Fläche handelt, erhebt die Stadt Göttingen keine Bedenken zur Planung „Zaunstätte“.

Aktualisiert um 18.25 Uhr

Die Gruppe SPD/FWGD im Rat der Stadt Dransfeld nimmt „den Sinneswandel der Göttinger Stadtverwaltung“ zur Kenntnis, schreibt Gruppensprecher Carsten Rehbein. „Die Stadt Dransfeld plant eine Wohnbebauung, die nach derzeitigem Stand etwa 120 Bürgerinnen und Bürgern Wohnraum in Ein- bis Zweifamilienhäusern bietet. Dass diese Größenordnung bei der Stadt Göttingen Sorge hervorgerufen hat, das Umland (hier: Dransfeld) wolle in Konkurrenz zur Weiterentwicklung von Göttingen treten, ist nicht nachvollziehbar.“ Auch vor dem Hintergrund von Landes-Raumordnungs-Programm (LROP) und des Regionalen Raumordnungsplanes (RROP) sei die Ausweisung des Baulandes in der Zaunstätte kein Eingriff in die Raumordnung. „In einer Wohnbedarfsanalyse haben wir den Bedarf an zusätzlichen Wohnraum nachgewiesen.“ Der von der Göttinger Stadtverwaltung erhobene Vorwurf der Angebotsplanung sei haltlos gewesen.

Die Nachfrage nach dem zu erschließenden Baugebiets Zaunstätte sei enorm. „Es muss den Umlandgemeinden weiterhin möglich sein, sich weiterzuentwickeln und nicht immer weiter abgehängt zu werden. Dies muss auch in den Raumordnungen auf Landes- und Regionalebene Berücksichtigung finden.“ Auch die Göttinger Linke hat sich zu dem Thema zu Wort gemeldet: „Es ist allemal besser nachhaltigen und hoffentlich bezahlbaren Wohnraum in Dransfeld zu schaffen als für Millionenbeträge ehemalige Industriehallen für eine begrenzte Zeit für die Unterbringung von Flüchtlingen umzurüsten“, so Gerd Nier. Solange die Stadt Göttingen selbst nicht für ausreichenden, menschenwürdigen und bezahlbaren Wohnraum sorgen könne, „sollte sie sich mit solcherlei unsinnigen, und aberwitzigen Einmischungen in Planungen von Nachbargemeinden tunlichst zurückhalten.“

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