Starkregen fordert Umbau

Vier Millionen Euro nötig für Hochwasserschutz in Dransfeld

Bahnunterführung in der Bachstraße mit Bach
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Neuralgischer Punkt: Unter der Bahnunterführung in der Bachstraße wird die Auschnippe so eng, dass der Bach bei einem Starkregenereignis die anfallenden Wassermassen nicht mehr ableiten kann und das Gebiet dort überschwemmt wird.

Um vor möglichen Hochwasserereignissen ausreichend geschützt zu sein, müssten auf dem Gebiet der Stadt Dransfeld rund vier Millionen Euro investiert werden.

Dransfeld – Das ist das Ergebnis einer hydraulischen Bewertung des Regenwassersystems durch das Büro Rinne und Partner, das am Dienstag während der Ratssitzung präsentiert wurde.

„Probleme bestehen vor allem im östlichen Stadtteil, im Gewerbegebiet In der Dehne und ganz besonders im Bereich der Bachstraße“, sagte Diplomingenieur Karsten Roddewig, der das im Auftrag der Verwaltung erstellte Gutachten präsentierte. Allein um die Situation in der Bachstraße zu entschärfen und dort den Hochwasserschutz auf das gesetzlich geforderte Maß zu erhöhen, seien Maßnahmen erforderlich, die mit mindestens 1,25 Millionen Euro zu Buche schlagen würden und die von der Stadt getragen werden müssten.

Hochwasser in Dransfeld: Bewohner schützen

„Nach unseren Berechnungen würde es nicht ausreichen, einfach nur die Auschnippe im Bereich der Eisenbahnunterführung zu erweitern“, meinte Roddewig. Bei der gewaltigen Wassermenge, die bei Starkregenereignissen aus dem Stadtgebiet abgeleitet werden müsse, seien zwei weitere Maßnahmen erforderlich. „Zum einen müsste im Bereich des Alten Friedhofes ein kleines Rückhaltebecken, und zum anderen eine Ableitung entlang des Imbser Weges gebaut werden“, so der Diplomingenieur. Nur wenn alle drei Maßnahmen umgesetzt würden, seien die Bewohner im Bereich der Bachstraße vor Hochwasser sicher.

Finanziell noch weit aufwändiger als die Sicherung der Bachstraße, wäre laut Gutachten die Sicherung des östlichen Stadtgebietes. Dort müssten demnach auf einer Gesamtlänge von 2400 Metern sämtliche Kanäle saniert und deren Durchmesser vergrößert werden. Bei Kosten von 800 bis 1000 Euro pro Meter kämen da bis zu 2,4 Millionen Euro auf den Wasserverband Peine als zuständigem Versorger zu. Kosten, die anschließend wohl in Form einer Preiserhöhung an die Kunden weitergegeben werden müssten. „Bei allen Berechnungen und Ratschlägen geht es nur darum, am Ende den Anforderungen des Regelwerkes zu entsprechen“, betonte Karsten Roddewig. Und diese Anforderungen würden in Zeiten des Klimawandels und den dadurch immer häufiger und heftiger auftretenden Starkregenereignissen auch immer höher.

Von Per Schröter

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