Über 300 Dransfelder machten Front gegen Rechts

Demo vor der Kirche: Über 300 Menschen haben gestern vor der St. Martini-Kirche für ein buntes Dransfeld demonstriert. Anlass war die kaum eine Stunde später stattfindende Kundgebung des rechtspopulistischen Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen auf dem alten Bahnhofsgelände. Foto: Niesen

Dransfeld. Über 300 Menschen haben am Sonntag für ein buntes Dransfeld demonstriert. Anlass war eine Kundgebung des rechten Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen auf dem alten Bahnhofsgelände.

Über 300 Menschen haben am Sonntag vor der Kirche in Dransfeld ein Zeichen für Offenheit, Vielfalt, Toleranz und ein friedliches Miteinander gesetzt. Anlass war die kaum eine Stunde später stattfindende Kundgebung des rechtspopulistischen Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen auf dem alten Bahnhofsgelände in Dransfeld, zu der rund 35 Teilnehmer anreisten. Beide Veranstaltungen verliefen nach Angaben der Polizei friedlich.

Stadt und Samtgemeinde Dransfeld mit den Bürgermeistern Rolf Tobien und Mathias Eilers (SPD), dem Präventionsrat und dem Bündnis für Familie gelang es innerhalb von 48 Stunden nach Bekanntwerden der Kundgebung der Rechtspopulisten über E-Mail, Telefon und mit persönlicher Ansprache die Demonstration für ein weltoffenes Dransfeld auf die Beine zu stellen.

Eilers betonte, mit der großen Teilnehmerzahl „zeigt die Gemeinde ihr Gesicht für ein buntes Dransfeld, in dem rechtspopulistisches Gedankengut keinen Platz findet“. Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD) forderte mit Blick auf den toleranten und vielfältigen Landkreis, „unser Lebensgefühl nicht den Rechten nicht zu überlassen - nicht in Dransfeld und auch an keiner anderen Stelle“. Es handele sich bei dem Freundeskreis um ein menschenverachtendes Grüppchen, dass Menschen ausgrenze und Flüchtlinge dämonisiere. Darüber hinaus schüre es Ängste mit „dumpfen Parolen“. Reuter: „Der Landkreis bleibt bunt statt braun!“

Hans-Georg Schwedhelm vom Bündnis gegen Rechts in Duderstadt erläuterte, dass hinter dem Freundeskreis überwiegend Funktionäre der NPD aus dem Obereichsfeld in Thüringen sowie rechte Kameradschaften aus den Landkreisen Northeim und Göttingen stünden. Außerdem gäbe es Verbindungen zur AfD. Zu beobachten sei, dass zurzeit eine Vernetzung zwischen diesen Gruppierungen stattfinde.

Dransfelds Pastor Christoph Wiesenfeld, vor dessen St. Martini-Kirche die bunte Demo stattfand, machte klar, dass „menschenverachtende Parolen“ nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar seien. In einem Gebet betonte er, jeder Mensch habe ein Recht auf ein unversehrtes Leben.

Nach Angaben der Polizei verlegte der Freundeskreis die Kundgebung anschließend nach Rosdorf. Dritte Station der sonntäglichen Rundreise sollte Heiligenstadt sein.

Von Hans-Peter Niesen

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