Wahlfreiheit für Dransfelder Eltern bei Gymnasien

Konkurrenz für das Grotefend-Gymnasium in Münden: Eltern von Schülern aus der Samtgemeinde Dransfeld haben künftig beim Übergang ihrer Kinder auf die weiterführende Schule die Wahlfreiheit zwischen dem Grotefend-Gymnasium und den Gymnasien der Stadt Göttingen. Foto: Archiv

Landkreis Göttingen. Ab dem 1. August können Dransfelder Schüler auch Göttinger Gymnasien besuchen. Das beschloss der Kreistag.

Mit der neuen Satzung, die der Kreistag in jüngster Sitzung bei einer Neinstimme und vier Enthaltungen aus den Reihen der CDU/FDP-Gruppe beschloss, bilden Stadt und Landkreis Göttingen einen gemeinsamen Schulbezirk.

Für Eltern von Schülern aus den Samtgemeinden Dransfeld und Radolfshausen bringt die Satzung, die ab 1. August gilt, eine wichtige Änderung: Sie haben beim Übergang ihrer Kinder auf die weiterführende Schule die Wahlfreiheit zwischen dem Grotefend-Gymnasium bzw. dem Gymnasium in Duderstadt und den Gymnasien der Stadt Göttingen.

In der Debatte hoben Redner von CDU, SPD, Grüne und Linke positiv hervor, dass es jetzt dieses gemeinsame Schulangebot von Stadt und Kreis gibt. Anlass war die Gründung einer dritten Gesamtschule in der Stadt Göttingen. Schuldezernent Marcel Riethig hatte eine Verabredung mit der Stadt Göttingen erreicht, wonach sichergestellt ist, dass mit dieser Schule der Standort der benachbarten Gesamtschule in Bovenden nicht gefährdet wird.

Schulpolitikerin Sigrid Jacobi von der CDU ging auf diesen Aspekt ein sowie auf das Wahlrecht von Eltern der Samtgemeinden Dransfeld und Radolfshausen, Göttinger Gymnasien anwählen zu können. Diese Änderung sei richtungsweisend, so Jacobi. Mit der Wahlfreiheit werde auch Druck aus dem Kessel genommen bei der Diskussion um eine Integrierte Gesamtschule in Hann. Münden, meinte Jacobi. Sie stehe der Gründung einer Gesamtschule in Münden ablehnend gegenüber, weil diese das Gymnasium gefährde. Deshalb, so Jacobi, könne sie der Empfehlung des Schulentwicklungsgutachtens pro Gesamtschule in Münden nicht folgen.

Das sah Grünen-Abgeordnete Maria Gerl-Plein anders. Das Gutachten sollte nicht, wie von Jacobi vorgeschlagen, in der Schublade verschwinden, sondern es sei eine Basis für die weitere Entwicklung der Schullandschaft im Landkreis. Die Perspektive, eine Integrierte Gesamtschule in Münden zu gründen, sei vernünftig. Es müsse im Interesse des Kreises liegen, zu verhindern, dass Mündener Schüler auf Schulen nach Hessen wechseln. Diese Position vertrat auch Dr. Eckhard Fascher von der Linken-Fraktion: „Wir brauchen in Münden ein attraktives Schulangebot.“

SPD-Schulexpertin Edeltraud Wucherpfennig nannte den gemeinsamen Schulbezirk eine „schulpolitisch historische Stunde.“ Mit der Wahlfreiheit in den beiden Samtgemeinden werde ein Ungleichgewicht im Kreis im Sinne der betroffenen Schüler und Eltern korrigiert, so die Sozialdemokratin.

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