Windräder in Dransfeld: Höhenbegrenzung jetzt 215 Meter

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Protest der Windkraftgegener auf einem Plakat.

Samtgemeinde Dransfeld. Der Samtgemeinderat hat mehrheitlich den geänderten Entwurf für die Windvorrangflächen verabschiedet. Die Höhenbegrenzung lautet jetzt 215 statt 185.

Der Entwurf des Flächennutzungsplanes der Samtgemeinde Dransfeld geht erneut an den Landkreis zur Genehmigung. Der Rat befasste sich in seiner Sitzung am Dienstag mit der jüngsten Änderung: Nachdem der Landkreis signalisiert hatte, dass eine Höhenbegrenzung von Windkraftanlagen auf der Fläche zwischen Jühnde und Bördel von 185 Metern nicht genehmigungsfähig sei, hatte die Verwaltung diese Stelle überarbeitet. Jetzt ist für alle Windkraftanlagen, auch für die bei Imbsen, eine Maximalhöhe von 215 Metern festgehalten, eine Höhe, die sich am aktuellen Stand der Technik orientiert.

Die Mehrheit des Rates stimmte der neuen Version zu, Ulrich Maschke, Die Linke, und Ernst Achilles-Wengel, Bündnis 90/Die Grünen, stimmten dagegen. Damit stimmten die Fraktionsmitglieder der Grünen unterschiedlich ab.

Maschke hatte sich von Anfang an für die geringere Höhe eingesetzt und äußerte Zweifel, dass die Begrenzung auf 215 Meter dauerhaft Bestand haben werde. Er kritisierte, dass von den Einwänden der Bürgerinnen und Bürger fast nichts in den Plan eingearbeitet worden sei.

Achilles-Wengel machte deutlich, dass ihm die Energiewende wichtig sei, sie müsse umgesetzt werden, und die Windkraft in der Samtgemeinde sei ein Bestandteil davon. Die Grünen „wollten das immer im direkten Zusammenspiel mit der Bevölkerung machen“ mit dem Ziel, eine Zersiedelung zu vermeiden, sich zu konzentrieren auf wenige Standorte, und mit einem Plan durchzukommen, der dann genehmigungsfähig wird. „185 Meter schienen mir begründet, dass es abgelehnt wurde vom Kreis, halte ich für wenig überzeugend“, so Achilles-Wengel. Nach seinen Informationen solle ein 185-Meter-Rad gebaut werden, also scheine diese Höhe „ja doch lukrativ zu sein“. Der Gemeinderat Jühnde werde auf seinem eigenem Grund und Boden, wenn er diesen verpachte, nur 185 zulassen.

Mit dem Flächennutzungsplan versuche der Rat, die Samtgemeinde vor Wildwuchs zu schützen, sagte Klaus Ahlborn, SPD, und bezog sich damit auf den Umstand, dass Windkraftanlagen so genannte „privilegierte Bauten im Außenbereich“ sind: Ohne speziell ausgewiesene Windvorrangflächen könnten Investoren den Bau von Windkraftanlagen an beliebigen Standorten beantragen. Ahlborn: „Ich kann verstehen, dass die Bördeler damit nicht glücklich sind. Wir haben hier nichts durchgewunken, keiner hat sich seine Entscheidung leicht gemacht. Wenn wir einen weitestgehend rechtssicheren Flächennutzungsplan haben, haben wir das Richtige für unsere Bürger getan.“

Walter Koch, FWG, betonte, seine Fraktion habe die Begrenzung auf 185 Meter mittragen wollen, dann aber habe der Landkreis signalisiert, dass er dem so nicht zustimmen werde. Jetzt „müssen wir in den sauren Apfel beißen, wenn wir Wildwuchs vermeiden wollen.“ Es sei eine Zwangslage, „dass wir den 215 Metern zustimmen müssen, wir wollen das als höchstes Maß begrenzen. Mehr können wir heute nicht machen.“ Koch merkte aber auch an, es werfe Fragen auf, wieso ein Schwarzstorchvorkommen mitten im Verfahren plötzlich zum „weichen Kriterium“ hearbgestuft wurde, und kein hartes Kriterium mehr ist.

Dr. Klaus Heinemann, CDU, machte deutlich, dasss der Samtgemeinderat die ganze Samtgemeinde und nicht einzelne Gemeinden im Blick haben müsse. Er erinnerte daran, dass über die 185 ohne Fraktionszwang abgestimmt worden war und dass man die Begrenzung in den Plan aufgenommen habe, obwohl man wusste, dass dies der Schwachpunkt des Planes sein werde.

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