Zeichen gegen Rechts: Dransfeld regt zum Nachdenken über Flüchtlinge an

Aus Sicht der Flüchtlinge: Ein Blick auf eine bunte Zukunft, die Hoffnung macht. Foto: Gorny

Dransfeld. In den vergangenen Wochen ist das idyllische Dransfeld Schauplatz zweier Demonstrationen des rechtspopulistischen Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen gewesen. Die Dransfelder setzten dem zwei Kundgebungen entgegen, an denen jeweils mehrere hundert Bürger teilnahmen.

Seit Himmelfahrt ist in Dransfeld auch Kunst gegen Rechts zu sehen: Auf dem Vorplatz der Evangelisch-lutherischen St.-Martini-Kirche steht die Installation „Wohin mit unseren Träumen“ der niedersächsischen Künstlerin Hildegard Strutz.

Perspektivwechsel

Das etwa fünf Meter lange und zwei Meter hohe Kunstwerk lade den Betrachter ein, sich die Flüchtlingssituation aus zwei Perspektiven anzuschauen, so Almuth Wiesenfeldt, Pastorin der St.- Martinigemeinde.

Aus einer Richtung nimmt der Betrachter den Blick der Flüchtlinge ein. Die Zukunft ist mit Träumen und Hoffnungen, aber auch mit Ungewissheit verbunden. Was hinter ihnen liegt, die Zerstörung und das Leid, sehe der Betrachter nicht, betont Wilhelm Worbs, Kirchenvorstandsvorsitzender. Schaut der Betrachter von der anderen Seite, sieht er die Perspektive der Einheimischen. Die Flüchtlinge erscheinen als „anonyme Menge“, beschreibt Wiesenfeldt. Es sind Menschen, die uns fremd sind, aber bekannt werden können.

Seit die Installation von einem syrischen Flüchtling und einem Deutschen aufgebaut wurde, locke sie viele neugierige Betrachter an. Der Kirchvorplatz sei ein Ort zum Verweilen und Nachdenken geworden, freut sich Almuth Wiesenfeldt. „Man kommt ins Gespräch, ohne dass es was Belehrendes hat“, erläutert die Dransfelder Pastorin. Das komme bei den Bürgern gut an und passe nicht nur in die aktuelle politische Situation in Dransfeld, sondern in ganz Deutschland. (mgo)

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