Von Scheden nach Verden

„Verkauf war keine Option“: Pferd aus Schedener Zucht für Weltmeisterschaft qualifiziert

Auf ihrem Hof: Die Züchter Wilfried und Heidi Bouws mit ihrer Stute „Schöne Scarlett“ in Scheden.
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Auf ihrem Hof: Die Züchter Wilfried und Heidi Bouws mit ihrer Stute „Schöne Scarlett“ in Scheden.

Die Stute „Schöne Scarlett“ vom Züchterhof Dr. Heidi und Wilfried Bouws in Scheden hat sich qualifiziert. Sie nimmt an einer Weltmeisterschaft in Verden teil. das ist nicht ihr erster Auftritt bei großen Turnieren.

Scheden – Sie hat es geschafft. Die Stute „Schöne Scarlett“ vom Züchterhof Dr. Heidi und Wilfried Bouws in Scheden hat sich für die diesjährige Weltmeisterschaft der fünf- bis siebenjährigen Dressurpferde in Verden qualifiziert und setzt damit ihre Erfolgsgeschichte fort.

Stute aus Scheden für Weltmeisterschaft in Verden qualifiziert

Vom 9. bis zum 13. Dezember wird sie sich unter dem Sattel ihrer hochklassigen Reiterin Helen Langehanenberg bei der Dressur Weltmeisterschaft in Verden der Elite internationaler Talente stellen. Bereits vor zwei Jahren hatte unsere Zeitung über die damals fünfjährige Stute berichtet. Seither liefert sie einen Erfolg nach dem anderen im Dressurviereck, steht oft an der Spitze bei Sichtungen.

„Das Ziel war für uns, unsere Scarlett zur Weltmeisterschaft zu schicken“, sagt das Ehepaar Bouws. Um das zu verwirklichen, standen sie 2019 vor der Entscheidung ihr Pferd zu verkaufen oder das Management selbst zu übernehmen. Es gibt nur wenige kleine Züchter, die auch als Pferdebesitzer in den Listen der ganz großen Turniere stehen.

Schon 2018 hatte das Ehepaar Bouws ein sehr gutes Angebot eines Interessenten während des Bundeschampionats bekommen, denn so ein leistungswilliges, leichtrittiges Pferd weckt Begehrlichkeiten. Doch sie entschieden sich, Scarlett zu behalten und sie als Eigentümer weiter trainieren und aufbauen zu lassen.

Bei Olympia, EM und WM auf dem Treppchen gestanden

„Der Verkauf war für uns keine Option und so habe ich mit zwei international erfolgreichen Reiterinnen Kontakt aufgenommen, die bereits ganz oben hocherfolgreich waren, bei Olympia, EM und WM auf dem Treppchen standen“, erzählt Dr. Heidi Bouws. Helen Langehanenberg wollte sie sich ansehen. „Vom Fleck weg sagte sie: Die darf bleiben.“ Seither bildet das Team Scarlett/Langenhanenberg eine ausgesprochen erfolgreiche Partnerschaft. „Helen schwärmt von Scarlett. Ich muss auch sagen, dieses Pferd ist schon auch ein bisschen Rampensau“, sagt Dr. Heidi Bouws.

2019 nahmen Bouws neben Scarlett mit einem zweiten Pferd am Bundeschampionat teil. Das war für die „kleinen Züchter“ schon ein immenser Erfolg, wenn man bedenkt, dass sie in einer Reihe von großen Zuchtbetrieben stehen, die jährlich hundert und mehr Fohlen züchten und sich nur die besten Tiere herauspicken können, um sie bis zu den großen Turnieren zu qualifizieren. Mit dem Erfolg von Scarlett ist der Betrieb steil im Züchterrenommee gestiegen. „Viele Züchter warten ein Leben lang auf die Geburt eines solchen Pferdes. Und dass ausgerechnet bei uns als kleinem Zuchtbetrieb ein solch talentiertes und vor allem leistungswilliges Pferd geboren wurde, macht uns extrem glücklich und bestätigt uns in unserer Arbeit“, ist sich das Ehepaar Bouws einig.

Im Frühjahr 2019 nahmen die Schedener „Scarlett“ für eine Zeit aus dem Training, fuhren mit ihr in die Region Oldenburg um per Embryotransfer ein Fohlen per Leihstute zu ziehen. So ist die Genetik gesichert und das geborene Stutfohlen ist bereits jetzt etwas Besonderes.

Die „Schöne Scarlett“ aus Scheden (Samtgemeinde Dransfeld)

Doch es ist nicht nur die Fügung der glücklichen Verschmelzung eines Genpools, was den extrem ausgeglichenen Charakter der Pferde von diesem Hof prägt. Es ist der sanfte Werdegang zum Sportpferd, der mit einem langen Aufwachsen in der Herde beginnt. Vorsichtig werden die Pferde im Alter von drei bis vier Jahren direkt auf dem Hof von Dr. Heidi Bouws selbst schonend und in kleinen Schritten in den Beritt genommen und bis zu Klasse L ausgebildet.

Dr. Heidi Bouws strahlt über das ganze Gesicht, wenn sie erzählt, dass ihre „Schöne Scarlett“ von Zeit zu Zeit auf den eigenen Hof zurückkommt. (Von Margitta Hild)

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