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Scheden: Historisches Hauskataster gibt Einblicke in Ortsgeschichte

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Von: Per Schröter

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Zusammen mit Mitverfasser Aaron Wimmel (rechts) präsentieren die beiden Heimat- und Geschichtsvereinsvorsitzenden Ingrid Lück und Walter Beuermann den druckfrischen historischen Hauskataster von Oberscheden und Niederscheden, in dem auch Wimmels Haus zu finden ist.
Zusammen mit Mitverfasser Aaron Wimmel (rechts) präsentieren die beiden Heimat- und Geschichtsvereinsvorsitzenden Ingrid Lück und Walter Beuermann den druckfrischen historischen Hauskataster von Oberscheden und Niederscheden, in dem auch Wimmels Haus zu finden ist. © Per Schröter

Historisches Kataster in Scheden gibt Einblicke in Geschichte der Häuser. Das alles zusammenzutragen, war eine mühevolle Arbeit. Die Bände gibt es in kleiner Auflage zu kaufen.

Scheden – Wer hat eigentlich vor mir in meinem Haus gelebt? Woher kamen die ehemaligen Bewohner und was waren ihre Berufe? Wer sich in Scheden diese Fragen stellt, dem kann der neu erstellte und vom örtlichen Heimat- und Geschichtsverein veröffentlichte historische Hauskataster von Oberscheden und Niederscheden weiterhelfen.

Scheden: Historisches Hauskataster zusammengefasst

Rund 200 Häuser gibt es in Scheden, deren Geschichte bis ins 17. Jahrhundert oder sogar noch weiter zurückreicht. Der neue historische Hauskataster gibt Auskunft darüber, wann jedes einzelne dieser Häuser erstmalig erwähnt wurde, wer seit dieser Zeit darin gelebt hat, woher er oder sie stammte und oft sogar welchen Beruf die ehemaligen Bewohner ausübten. In einem dazugehörigen Fotobuch finden sich zusätzlich noch historische Bilder aller im Kataster erfassten Häuser.

„Der historische Hauskataster von Oberscheden und Niederscheden ist das in mehrjähriger Arbeit zusammengetragene Forschungsergebnis von Stefan Mielke“, sagt Walter Beuermann, Vorsitzender des Schedener Heimatkunde- und Geschichtsvereins. Die Idee dazu sei bereits 2006 im Rahmen einer Dorfbegehung entstanden, die anlässlich des 20-jährigen Vereinsjubiläums stattfand. „Wir unterhielten uns dabei über ein Haus, dessen Geschichte viele Fragen aufwarf“, sagt Beuermann. Kurz danach habe Stefan Mielke angefangen, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und ein Hauskataster für ganz Scheden zu erstellen.

Überblick über etwa 200 Häuser in Ober- und Niederscheden

Eine Arbeit, die es in sich hatte. Um Informationen über die rund 200 historischen Häuser in Ober- und Niederscheden zu bekommen, stattete der Historiker zunächst jedem aktuellen Bewohner einen Besuch ab, um alle Informationen zusammenzutragen, die er dort bekommen konnte.

Im historischen Kataster finden sich umfangreiche Informationen zur jahrhundertelangen Geschichte Schedener Häuser.
Im historischen Kataster finden sich umfangreiche Informationen zur jahrhundertelangen Geschichte Schedener Häuser. © Per Schröter

Weil das oft nicht sehr viel war, bediente sich Mielke auch zahlreicher Archive in ganz Deutschland, wobei er besonders von der ehemaligen Schedenerin Ingrid Schulz unterstützt wurde, die jetzt in Hannover lebt und die viele Stunden im dortigen Landesarchiv verbrachte. „Neben dem großen Verlust von historischen Informationen durch Kriege und Katastrophen war nicht zuletzt auch die uneinheitliche Sprache und Schreibweise eine der großen Herausforderungen bei der genauen Zusammenstellung der Informationen“, betont Beuermann.

Dass der Kataster überhaupt in Buchform erschienen ist, verdankt der Heimat- und Geschichtsverein Aaron Wimmel, der vor einigen Jahren ein altes Fachwerkhaus in Scheden kaufte. „Ich habe mich sehr für die Geschichte unseres Hauses interessiert und als ich vom historischen Kataster erfuhr, war ich sofort Feuer und Flamme“, sagt Wimmel.

„Sehr gründlich und sehr wissenschaftlich, aber eben nicht druckreif“

Weil Kataster-Ersteller Stefan Mielke inzwischen verzogen war, lag das Werk nur in Form eines Word-Dokumentes vor. „Sehr gründlich und sehr wissenschaftlich, aber eben nicht druckreif“, so der Wirtschaftsingenieur. Er überzeugte Walter Beuermann und den übrigen Heimatvereinsvorstand davon, dass der Kataster den Schedenern unbedingt in Buchform zur Verfügung gestellt werden müsse und steuerte dafür sowohl die Einleitung als auch den Klappentext bei. „Außerdem beschlossen wir, die alten Fotos der Häuser zusammenzutragen und dazuzustellen“, so Wimmel. „Damit sucht der historische Hauskataster in seiner Qualität und seinem Informationsgehalt für einen Ort der Größe Schedens jetzt seinesgleichen.“ (Per Schröter)

200 Exemplare wurden gedruckt

Zu haben sind die beiden Bücher, von denen jeweils 200 Stück gedruckt wurden, zum Set-Preis von 35 Euro bei Walter Beuermann (Gartenstraße 15/Tel.: 0 55 46/444). „Der Verkaufspreis deckt nicht einmal die Hälfte der Druckkosten, aber unser Verein hat seit seiner Gründung vor 36 Jahren gut gewirtschaftet und daher tragen wir die Differenz aus der Vereinskasse“, sagt Beuermann. Schließlich habe es sich der Heimat- und Geschichtsverein zur Aufgabe gemacht, etwas für die Kultur im Ort zu tun. „Und das ist mit diesem Hauskataster definitiv der Fall“, sagt Beuermann, dessen Dank neben Stefan Mielke, Aaron Wimmel und Ingrid Schulz auch Horst Gerke für seine Zuarbeit und Ingrid Lück für die langjährige Betreuung und Verwaltung des Bildarchives gebühre. 

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