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Tierhilfe Fuerteventura: Rettung von Hunden aus dem Ferienparadies

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Von: Michael Caspar

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Die Tierhilfe Fuerteventura vermittelt Hunde, die auf der Kanareninsel ausgesetzt wurden: Tanja Waschkowitz mit einem der Tiere, einem Pointer-Jagdhund.
Die Tierhilfe Fuerteventura vermittelt Hunde, die auf der Kanareninsel ausgesetzt wurden: Tanja Waschkowitz mit einem der Tiere, einem Pointer-Jagdhund. © Privat

Tanja Waschkowitz ist Vorsitzende der Tierhilfe Fuerteventura. Der Verein aus Varmissen (Samtgemeinde Dransfeld) rettet Hunde, die ausgesetzt werden. Dafür werden viele Spenden benötigt.

Varmissen – Weniger ein Ehrenamt, als vielmehr einen Vollzeitjob hat Tanja Waschkowitz im vergangenen Jahr übernommen. Mitten in der Pandemie hat der Verein Tierhilfe Fuerteventura die promovierte Mikrobiologin aus Varmissen zur Vorsitzenden gewählt.

Varmissen: Verein hilft Hunden und Katzen auf Fuerteventura

Tausende Hunde von der Kanareninsel hat der knapp 300 Mitglieder starke Verein seit seiner Gründung 1997 im deutschsprachigen Raum vermittelt, berichtet Waschkowitz. Unter den Tieren waren Welpen, die Halter gleich nach der Geburt in einen Sack gesteckt und auf den Müll geworfen hatten, aber auch ausgesetzte Vierbeiner.

„Bei den Tieren handelt es sich überwiegend um Gebrauchshunde“, erläutert die Vorsitzende. Ziegenhirten arbeiten auf Fuerteventura mit Hütehunden. Jäger gehen traditionell mit Hundemeuten auf Kaninchenjagd. Die Kaninchen sind im 16. Jahrhundert auf den Kanaren eingeführt worden, um das Fleischangebot zu verbessern. Die Tiere vermehrten sich dann allerdings so rasch, dass Bauern massive Ernteeinbußen erlitten. Mittlerweile sind mit dem Rückgang der Landwirtschaft auch die Kaninchenbestände deutlich zurückgegangen. Heute setzen Jäger junge Kaninchen im Frühjahr aus, wenn alles grün ist. Von August bis Dezember stöbern dann Frettchen mit Maulkorb die Kaninchen in ihren unterirdischen Bauten und in Felsspalten auf. Hunde nehmen die Verfolgung auf. „Wagt es einer der Hunde, ein Kaninchen zu packen, setzt es oft Prügel“, weiß die Tierschützerin. Nach der Jagdsaison setzten Halter vielfach Hunde aus, weil sie sie nicht den Rest des Jahres durchfüttern wollten. Für steten Nachschub sorgten Züchter, die die Hunde unter erbärmlichen Bedingungen hielten, so die Vorsitzende.

Wesenstest ist Pflicht - Tiere sind gechipt

„Tiere, die wir vermitteln, sind medizinisch untersucht und gechipt“, betont Waschkowitz. Der Verein lässt Gentest durchführen, denn die Einführung von Kampfhunden ist in Deutschland verboten. Ein Wesenstest schließt aggressive Tiere aus. Der Verein gibt die Vierbeiner gegen Eigentumsvorbehalt aus.

„Wenn Adoptanten erkranken, sterben oder sich aus anderen Gründen nicht mehr um ihren Hund kümmern können, nehmen wir sie zurück“, betont die Varmissenerin. Die Verantwortung des Vereins, der rund 150 Tiere im Jahr vermittelt und zudem jährlich auf Fuerteventura 500 Katzen kastrieren lässt, ist groß. „Wir benötigen monatlich 15 000 bis 25 000 Euro Spendengelder, um Tierarzt-, Futter- und Transportrechnungen zu begleichen“, so die Vorsitzende. Das werde in diesem Jahr angesichts der derzeitigen Lage zunehmend schwieriger. (Michael Caspar)

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