Argentinische Kunsthistorikerin auf den Spuren des Künstlers

Eberleins Ruhm blitzt immer wieder auf

Der Dornauszieher: Die argentinische Kunsthistorikerin Prof. Teresa Espantoso Rodriguez sieht sich das Original von Gustav Eberlein im Mündener Stadtmuseum an. Bei ihrem Besuch begleiteten sie Elgard Steinmüller, Geschäftsführerin, und Rolf Grimm, Vorsitzender der Eberlein-Forschung. Foto: Maaß

Hann. Münden. Der große Ruhm, den der Mündener Bildhauer und Maler Gustav Eberlein einst besaß, ist längst verblasst. Nur hin und wieder blitzt davon noch etwas auf. Zuletzt in Berlin, wo seine Skulpturengruppe „Königin Luise und Napoleon in Tilsit“ in der Ausstellung „Luise. Leben und Mythos der Königin“ im Schloss Charlottenburg gezeigt wurde.

Die Skulpturengruppe gehört zu den Schätzen, die Gustav Eberlein (1847 -1926) seiner Heimatstadt Hann. Münden vermacht hat.

Jetzt besuchte die argentinische Kunsthistorikerin und Eberleinexpertin Prof. Teresa Espantoso Rodriguez (Buenos Aires) Hann. Münden und Eberleins Geburtsort Spiekershausen, um sich Skulpturen und Gemälde des Künstlers anzusehen.

In Hann. Münden steht ein Teil im städtischen Museum im Welfenschloss, vieles ist aber auch in Depots eingelagert.

Prof. Espantoso Rodriguez arbeitet derzeit in einem Team von Forschern der Universität Buenos Aires an einer Dokumentation über die mehr als 900 Denkmäler der Hauptstadt Argentiniens. Sie ist unter anderem zuständig für die deutschen Bildhauer, die in Buenos Aires Denkmäler schufen. Von Eberlein stammt das über neun Meter hohe Nationaldenkmal „San Martin“, das 1910 enthüllt wurde. Er gruppierte vier überlebensgroße Bronzedenkmäler von berühmten argentinischer Persönlichkeiten um ein älteres Reiterstandbild des Bildhauers Dumas aus dem Jahr 1862. Aber auch in mehreren Museen in Buenos Aires stehen Arbeiten von Eberlein.

Münden wichtigste Station

Für die argentinische Professorin, die während ihres Deutschlandbesuches auf einer Fachtagung in Dresden einen Vortrag über Eberlein hielt, und sich bereits in Berlin Werke von Eberlein angesehen hatte, war Hann. Münden die wichtigste Station ihrer Reise.

Nur wer sich die Arbeiten in Hann. Münden angesehen habe, könne den breiten Schaffensbereich Eberleins ermessen, sagte sie. Das Museum in Hann. Münden besitzt mit über 100 Arbeiten weltweit die meisten Eberlein-Werke. Die meisten davon sind Gips-Originale, nach denen dann erst die Arbeiten in Bronze oder anderen Materialien entstanden sind. „Ich liebe das 19. Jahrhundert, und damit liebe ich auch die Werke Eberleins“, sagte die Kunsthistorikerin.

Sie bedauerte, dass im Mündener Museum nicht noch mehr Werke Eberleins zu sehen sind. Derzeit werden dort 15 Skulpturen gezeigt. Sie plädierte dafür, die Exponate regelmäßig zu wechseln, damit Besucher auch die Arbeiten sehen können, die sonst nur im Depot lagern.

Von Ekkehard Maaß

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