Der Mündener Künstler Gustav Heinrich Eberlein starb heute vor 85 Jahren

Ein Ehrengrab in Berlin

Eberlein-Werke: Zu den Ausstellungsstücken im Stadtmuseum gehören mehrere Skulpturen des Künstlers. Archiv-Foto: Schmidt

Hann. Münden. Seine Werke stehen nicht nur in Hann. Münden, sondern auch in vielen großen Städten der Welt. In Rom ebenso wie in Buenos Aires, Santiago de Chile und in Berlin. Dort liegt auch sein Ehrengrab, das die Stadtverwaltung pflegt. Heute vor 85 Jahren starb der Mündener Künstler Gustav Heinrich Eberlein.

„Gustav Heinrich Eberlein, 1847 – 1926, Bildhauer, Maler und Poet“ – diese Inschrift steht auf dem Gedenkstein von Eberleins Grab auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Berlin Schöneberg. 1988 hat der Obermeister der Berliner Steinmetz- und Bildhauerinnung den Stein mit einem Bronzemedaillon von Eberlein gestiftet, nachdem Rolf Grimm, Vorsitzender des Vereins Gustav-Eberlein-Forschung in Hann. Münden, zusammen mit seiner Frau das Grab des Künstlers wiederentdeckt hatte.

Suche nach dem Grab

Bei seinen Nachforschungen, für die er auch Einsicht in das Berliner Friedhofsregister genommen hatte, stellte er zudem fest, dass auf derselben Grabstelle auch Eberleins Sohn Anzio bestattet worden war, der vor 130 Jahren im Alter von nur drei Jahren starb.

Um die Jahrhundertwende gehörte der in Spiekershausen geborene und in Münden aufgewachsene Bildhauer, Maler und Schriftsteller zu den bedeutendsten Künstlern in Deutschland. Neben seinem Atelier in Berlin unterhält er zeitweise Werkstätten in Rom, New York, Buenos Aires und Santiago de Chile.

Mit dem Ende des Kaiserreiches jedoch verblasste auch die Kunst der Gründerjahre und des Neubarock.

600 Skulpturen, 300 Gemälde, 200 Gedichte und Prosa hat Eberlein hinterlassen, aber als er am 5. Februar 1926 in Berlin stirbt, kennen ihn nur noch wenige.

Viele Werke Eberleins haben den Zweiten Weltkrieg nicht überstanden, vieles wurde aber auch erst danach zerstört oder eingeschmolzen – auch in Hann. Münden. Hier ist es die 1982 gegründete Gustav-Eberlein-Forschung, die entscheidenden Anteil daran hat, dass Eberleins Werk wieder beachtet wird.

2007 – zum 160 Geburtstag Eberleins – hat sie zwei Ausstellung initiiert. Die Volksbank in Hann. Münden zeigte den Skulpturen-Zyklus „Die ersten Menschen“ und die Sparkasse Münden präsentierte frühe Zeichnungen und Literatur.

Zuletzt sorgte Eberleins Skulpturengruppe „Königin Luise und Napoleon in Tilsit“ in Berlin für Furore. Das Werk aus dem Besitz der Stadt Hann. Münden, war ein viel beachtetes Ausstellungstück der Schau „Luise. Leben und Mythos der Königin“ im vergangenen Jahr im Schloss Charlottenburg in Berlin. Restauriert hat sie für die Schau der Bildhauer und Maler Erhard Joseph aus Adelebsen. Heute steht die Skulptur im Ostpreußischen Landesmuseum in Lüneburg als Dauerleihgabe der Stadt Hann. Münden.

In Hann. Münden präsentiert das Stadtmuseum einige seiner Werke und am Schlesierplatz steht die eindrucksvolle Skulptur „Gottvater haucht Adam den Odem ein“.

Von Ekkehard Maaß

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