Sydekumverein reagiert auf NS-Vergangenheit des früheren Heimatpflegers Dr. Karl Brethauer

Ehrenmitgliedschaft wird weggelassen

Hann. Münden. Der Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden wird die Ehrenmitgliedschaft von Dr. Karl Brethauer in allen künftigen Publikationen, mündlichen wie auch schriftlichen Verlautbarungen des Vereins nicht mehr erwähnen.

Das beschlossen Mitglieder des Vereins bei einer Gegenstimme in einer außerordentlichen Versammlung. Brethauers Mitgliedschaft endete mit seinem Tod, folgerichtig auch seine Ehrenmitgliedschaft, heißt es weiter in einem von drei Beschlüssen. Der Sydekumverein reagiert damit auf die bekannt gewordenen Tatsachen von Brethauers Tätigkeit in verantwortlicher Position in dem „Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg“, einer verbrecherischen Organisation für Kultur- und Kunstraub in der NS-Zeit.

Die Versammlung beschloss zwei weitere Anträge des Vorstandes:

• „Das Werk des Dr. Karl Brethauer im Rahmen seiner Forschungen und Veröffentlichungen heimat- und geschichtskundlicher Themen ist ein wertvoller Beitrag zur Heimatgeschichte in Hann. Münden.“ Dieser Beschluss war einstimmig.

• „Der Vorstand des Sydekum-Vereins wird beauftragt, mit dem Arbeitergeschichtsverein und dem Verein Erinnerung und Mahnung e. V. eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Erforschung und Vermittlung von geschichtlichen Zusammenhängen mit örtlichem/regionalem Bezug zu der Zeit von 1933 bis 1945 einzugehen und entsprechende Erkenntnisse zu veröffentlichen.“ Auch diesen Beschluss fassten die Mitglieder einstimmig.

Den Beschlüssen vorausgegangen war nach Auskunft des Vorstandes der Bericht zur Tätigkeit von Dr. Karl Brethauer im Dienst des „Einsatzstabes Reichsleiter Rosenberg“ sowie eine intensive Diskussion darüber und über die Anträge des Vorstandes.

Wie berichtet, wollen alle Fraktionen im Mündener Rat, dass Brethauer posthum der städtische Ehrenring aberkannt wird. (red)

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