„Ehrenrunde“ der Buslinie 30 in Landwehrhagen stößt auf Kritik

Bushaltestellen in Landwehrhagen: Mit Verlegen der Haltestelle Rathaus zum Kirchgraben ließe sich die Ehrenrunde einsparen, meint Landwehrhagens Ortsmitglied Klaus-Dieter Bauer. Die Skizze stammt von ihm. Re

Staufenberg/Kassel. Der Busverkehr in Landwehrhagen sorgt für Gesprächsstoff. Anwohner der Kronenhofer Straße wundern sich, sagt Ortsratsmitglied Klaus-Dieter Bauer (CDU), wie oft der Bus der Linie 30 täglich durch die Kronenhofer und andere Straßen im Unterdorf fährt.

Die Linie 30 startet in Kassel und fährt über Spiekershausen und Landwehrhagen nach Escherode.

Klaus-Dieter Bauer hat sich des Themas angenommen. Ergebnis seiner Recherche: Die Busse der Linie 30 und teilweise auch der Schulbuslinie 33 des Unternehmens Busverkehr Hessen (BVH) drehen in Landwehrhagen jeweils eine „Ehrenrunde“.

Um die Haltestelle Rathaus anzufahren, so Bauer, würden alle Busse von Spiekershausen kommend in Landwehrhagen folgende Tour fahren: die Kronenhofer Straße, die Schöne Aussicht, den Petersweg, die Hannoversche Straße und dann die Untere Dorfstraße, die Kronenhofer erneut, die Kragenhofer Straße bis zur Haltestelle Rathaus, um dann über die Obere Dorfstraße nach Escherode zu fahren. Das gleiche gelte für die entgegengesetzte Fahrstrecke von Escherode nach Kassel, und teilweise für die Schulbusfahrten. Nach Bauers Recherchen fallen pro Ehrenrunde in Landwehrhagen etwa 1,35 Kilometer mehr an. Pro Woche, hat der Landwehrhäger ausgerechnet, sind das montags bis freitags 150 Fahrten - beide Richtungen. Am Samstag kämen noch 16 Fahrten hinzu. Bei der Linie 33, so Bauers Schätzung, sind es von Montag bis Freitag 50 Fahrten – in beide Richtungen.

Vorschlag für andere Route

Sabine Herms

Zusammen, so seine Rechnung, sind das 291 Kilometer mehr pro Woche beziehungsweise aufs Jahr gerechnet 15 160 Kilometer. „Die sind überflüssig“, meint Klaus-Dieter Bauer.

Er ist davon überzeugt, dass die Ehrenrunde eingespart werden kann. Sein Vorschlag: Anstelle der Rathaushaltestelle eine Haltestelle Kirchgraben an der Oberen Dorfstraße einrichten.

Der Bus könnte dann unmittelbar an der Kirchgrabenkreuzung von der beziehungsweise in die Hannoversche Straße abbiegen. Bei einem angenommenen Verbrauch von etwa 50 Liter Benzin pro 100 Kilometer könne mit dieser veränderten Route 7580 Liter pro Jahr eingespart werden, meint das Ortsratsmitglied. Bauer: „Bei 7580 Liter Diesel bedeutet dies bei 1,20 Euro pro Liter eine Ersparnis von rund 9100 Euro im Jahr.“

Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV), auf die Kritik angesprochen, sieht keine Möglichkeit, die zwischen NVV und Zweckverband Verkehrsverbund Südniedersachsen abgestimmte Linienführung zu ändern. NVV-Pressesprecherin Sabine Herms nennt drei Gründe. Erstens: Würden die Busse, wie von Klaus-Dieter Bauer vorgeschlagen, in Landwehrhagen fahren, fiele die Haltestelle Rathaus weg. Es komme aber darauf an, dass die Fahrgäste kurze Wege haben zu Haltestelle, sonst würden sie nicht angenommen.

Wendefahrten nötig

Klaus-Dieter Bauer

Zweiter Grund sei, dass die Busse bei den Abmessungen der Straßen Wendefahrten benötigen. Herms: „Der Bus kann nicht beliebig drehen und wenden.“ Schließlich, und das sei der entscheidende Grund, sei die Linie 30 Teil eines eng miteinander verknüpften Fahrplans. So sei die 30 an der Haltestelle Sandershäuser Kirche mit vier Linien verknüpft sowie am Rathaus in Landwehrhagen mit weiteren drei Linien.

Werde an einer Stelle der Fahrweg verändert, so die Sprecherin des NVV, bringe man den gesamten Fahrplan aus dem Gleichgewicht. „Das ist ein Dominoeffekt“, so Herms. (kri)

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