Ausschnitt des Museums beim DKKD zu sehen

Ein Kabinett der Kuriositäten in Hann. Münden

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In der Wunderkammer: Daniel Wolf präsentiert gemeinsam mit anderen Künstlern und Wissenschaftlern allerlei Kurioses. 

Die Künstler und Wissenschaftler Daniel und Sarah Wolf sowie Florian Schäfer arbeiten in Münden an einem neuen Museum. Zu sehen es gibt es unter anderem Kunst, Mythologie und Kurioses. 

Beim ersten Blick in „Dr. Wolfs Wunderkammer“ wissen die Augen nicht, was sie fixieren sollen: Ausgestopfte Tiere, Fossilien, Schmetterlinge, alte Schwarzweiß-Porträtbilder und historische Gebrauchsgegenstände wie Uhren und Kassen drängen sich in gelbes Licht getaucht auf engstem Raum aneinander. 

Alles ist ein Teil des derzeit in Hann. Münden entstehenden Museums „Zeitsprung“.

Kurioses, Gruseliges und Mythologisches: Die Masse der präsentierten Absurditäten überfordert zunächst, lässt gleichzeitig aber auch staunen.

Seit 2018 arbeiten die Künstler und Wissenschaftler Daniel (34) und Sarah Wolf (34) sowie Florian Schäfer (29) an dem Projekt. „Innerhalb von zwei Jahren haben wir die Sammlung über Flohmärkte, Haushaltsauflösungen und Bekannte zusammengestellt“, sagt Daniel Wolf, der in Kassel Kunstwissenschaft studiert hat. 

Auf diesem Weg sind mit der Zeit über 2500 Objekte zusammengekommen.

Angefangen hat alles mit einer Kiste Tierknochen

„Beim Schreiben meiner Dissertation über Wunderkammern bin ich auf das Thema aufmerksam geworden“, sagt Daniel Wolf. Angefangen habe alles dann 2017 mit einer Kiste Tierknochen.

Und was haben die drei mit den Gegenständen vor? Geschaffen werden soll ein Denkraum für Kulturgeschichten, in dem Kurioses und Kunstgegenstände, Mythologie, Naturwissenschaftliches wie auch Fantastisches ausgestellt und interaktiv erlebbar werden soll.

Seltsame Wesen reihen sich an Alltagsgegenstände: Dr. Wolfs Wunderkammer wirkt vor allem als Gesamtkunstwerk auf den Betrachter.

Wissenschaft, Popkultur und Mythologie sollen sich zu einer Mischung aus Museum und Gesamtkunstwerk verbinden.

Wunderkammern seien der Ursprung der Museen gewesen, Objekte aus aller Welt wurden dort zusammengetragen. „Wir haben bewusst kein Thema gesetzt, wie es in Museen heutzutage üblich ist“, sagt Sarah Wolf, Künstlerin und Illustratorin.

Stattdessen ginge es darum, beim Besucher Staunen und Neugier auf die Objekte zu wecken, die ihn persönlich interessierten. Vermittelt werden soll deren Vorgeschichte, allgemeine Historie, aber auch der Aberglaube, der manchen anhaftet.

Mit Dämonen verdienten sich Seemänner etwas dazu

Beispielhaft zeigt Daniel Wolf einen getrockneten Rochen, der im Glas gelagert ist, augenscheinlich aber als solcher nicht mehr zu erkennen ist. 

Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts hätten sich Seemänner etwas dazuverdient, indem sie die Tiere zu Wesen falteten, die Dämonen glichen, und sie an Wunderkammern verkauften. „Das Objekt stammt aus einer alten Hamburger Hafenkneipe“, sagt Daniel Wolf.

Der zweite Ausstellungsbereich des geplanten Museums heißt „Mensch & Mythos“. Im Atelier des Biologen und Künstlers Florian Schäfer soll alten Sagengestalten frisches Leben eingehaucht werden.

Kunstfiguren wie Kobolde und Wichtel werden in Handarbeit nach Beschreibungen und Illustrationen aus alter Folkloreliteratur angefertigt.

Ein Ausschnitt des Museums ist Ende des Monats beim DKKD-Festival (Denkmalkunst – Kunstdenkmal) in Hann. Münden zu sehen. „Die Stadt lebt vom Tourismus“, sagt Sarah Wolf. Zum Kulturangebot wolle man mit dem Museum etwas beitragen.

Von Samstag, 28. August, bis Sonntag, 6. Oktober, können Interessierte in einem Fachwerkhaus (Kiesau 8) das Kabinett besuchen. Zu besichtigen sind die Kuriositäten von 11 Uhr bis 18 Uhr.

Mehr zum Museum gibt es auf der eigenen Homepage

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