Akademie Münden punktet beim Göttinger Innovationspreis mit Nanotechnologie als Wahlpflichtfach

Einblicke in die Zwergenwelt

Überzeugt von der Nanowissenschaft: Die CTA-Auszubildenden der Akademie Philipp Weiske, Michael Zimmermann, Lars Hartmann, Christian Thieß, Julia Möhle, Astrid Köchy und Anita Hellbach (von links) sowie stellvertretender Schulleiter Norbert Hasselmann (dritter von links) gehen mit gutem Beispiel voran. Foto:  Rogge-Richter

Hann. Münden. Nano kommt vom griechischen Begriff Nannos und bedeutet Zwerg. Dass sie mit der „Zwergenwissenschaft“ als Wahlpflichtfach für Chemisch-technische Assistenten (CTA) beim Innovationspreis des Landkreises Göttingen in der Kategorie Handwerk und Dienstleistungen den dritten Platz belegt hat, findet die Akademie Münden hingegen riesig.

Nach eigenen Angaben erstmalig in ganz Deutschland bietet die Private Berufsfachschule in ihrer Göttinger Zweigstelle die CTA-Ausbildung mit dem Schwerpunkt Nanochemie und -analytik an. „Wir haben es geschafft, die Nanotechnologie als Baustein in der Ausbildung Chemisch-technischer Assistenten rechtsgültig zu machen“, sagt Dr. Norbert Hasselmann, stellvertretender Schulleiter und Leiter des Fachbereichs Chemie, stolz.

Gemeinsam mit Geschäftsführerin Dr. Edith Bertling-Kampf – und entgegen mancher Skepsis – hat Hasselmann die Idee umgesetzt, die Nanowissenschaft von der universitären Ebene zu holen und auf den Stundenplan der Auszubildenden zu setzen. Schulische Voraussetzung für die CTA-Ausbildung sind Haupt-, Realschulabschluss oder Abitur.

Von der Uni zur Schule

Unterstützt wurde die Akademie bei dem bisherigen Modellversuch von Dr. Wolfgang Bodenstein, einem Nanowissenschaftler, der über die Beschäftigungsförderung des Landkreises Göttingen an die Akademie kam. Als Projektentwickler half Bodenstein dabei, die nanowissenschaftliche Theorie und Praxis, die sonst an Universitäten gelehrt wird, zum Teil der zweijährigen Ausbildung zu machen.

In sechs Stunden pro Woche – vier Theorie, zwei Praxis – stellen 20 Auszubildende seit dem Schuljahr 2008/2009 Nanopartikel sowie -schichten her und untersuchen diese. Auch in die weiteren Unterrichtsfächer fließt das Thema ein, damit die Auszubildenden ein Verständnis für die Abmessungen im Nanometerbereich entwickeln.

„Wir haben bereits gelernt, ein LCD-Display und unter anderem einen Spiegel herzustellen. Außerdem haben wir uns mit Solarzellen beschäftigt und den Lotuseffekt nachgewiesen“, sagt Christian Thies, 20, aus Göttingen.

Sehr gut ausgestattet

Dabei nutzten die jungen Männer und Frauen auch ein spezielles Mikroskop, das sogenannte Rasterkraftmikroskop im Schülerbausatz, das ihnen die Physikalisch-technische Bundesanstalt zur Verfügung gestellt hat.

Dass sie durch die neuen Inhalte Schlüsselqualifikationen erwerben, die ihnen in den großen Beschäftigungszweigen der Entwicklung, Produktion und Qualitätskontrolle vielfältige Möglichkeiten bieten, finden die Auszubildenden klasse: „Es könnte sein, dass wir durch die Zusatzqualifikation bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben“, sagt Astrid Köchy, 25, aus Göttingen, setzt ihre Schutzbrille auf und konzentriert sich wieder auf ihre Arbeit im Chemielabor der Akademie.

Kontakt: Akademie Münden, Private Berufsfachschulen, Kurhessenstraße 14, in Hann. Münden, Tel.: 0 55 41/49 36

www.akaem.de

Von Sarah Rogge-Richter

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