Kirchenmusikdirektor Detlef Renneberg führte das Oratorium Samson auf - Herausragend: Oratoriensänger Achim Kleinlein

Eindrucksvoller Händelabend in St. Blasius

Klangerlebnis: Kirchenmusikdirektor Detlef Renneberg mit dem Konzertchor St. Blasius und dem Projektorchester am Sonntag in der Mündener St.- Blasius-Kirche. Foto: Bunzendahl

Hann. Münden. In einer rekordverdächtigen Zeit von etwa fünf Wochen komponierte Georg Friedrich Händel sein Oratorium Samson gleich nach der Fertigstellung seines Messias und schaffte ein Werk, das viele Zeitgenossen begeisterte. Insbesondere durch die Vielzahl der unterschiedlichen Chöre wurde Samson zu einem Lieblingswerk der Oratorienliteratur.

Die Handlung erzählt von Samson, der von Dalila verführt wurde und ihr das Geheimnis seiner Kraft verraten hatte. In Gefangenschaft, geblendet und seiner Kraft beraubt findet der Held jedoch durch Gottvertrauen seine Stärke wieder, bringt den Tempel der Philister zum Einsturz und stirbt dabei in den Trümmern.

Kirchenmusikdirektor Detlef Renneberg hatte mit diesem Oratorium ein durchaus passendes Werk für den Volkstrauertag ausgesucht, den Konzertchor St. Blasius gründlich vorbereitet, ein kleines, aber feines Orchester zusammengestellt und eine glückliche Hand bei der Auswahl der fünf Solisten gehabt.

Es wäre perfekt, wenn die Seitenschiffe der Kirche besser besetzt gewesen wären, allein aus akustischen Gründen: so ist St. Blasius doch sehr hallig, worunter die Textverständlichkeit leidet. Das Orchester hatte sich nach der Ouvertüre und dem ersten Chor jedoch an den Raum gewöhnt und begleitete Solisten und Chor mit erstaunlicher Präzision.

Herausragend aus dem Solistenquartett war der erfahrene Oratoriensänger Achim Kleinlein (Lübeck), der die Tenor-Titelpartie souverän gestaltete (als Meisterschüler von Dietrich Fischer-Diskau eigentlich kein Wunder).

Die Rolle des Mikah hatte Renneberg konsequent mit einem Altus besetzt (Péter Bárány, Düsseldorf), der stilsicher und auch in den extremen Höhen stimmlich angenehm seine Partie darbot.

Die anderen drei Sänger kamen aus den Reihen der Musikhochschule Hannover (Maximiliane Schünemann, Sopran – Thorsten Gödde und Daniel Dropulja, Bass), die zuverlässig das Quintett vervollständigten. Insbesondere letzterer ließ aufhorchen durch beste Verständlichkeit und virtuose Koloraturen.

Klanglich ausgewogen

Der Chor hatte mit etwa 15 Stücken recht viel zu tun und war mit Begeisterung dabei. Klanglich gut ausgewogen präsentierte sich der Zusammenschluss aus Kantorei und Jungem Konzertchor mit diesem neu einstudierten Oratorium, meisterte auch die heikle Arie Dalida/Chor zufriedenstellend sowie auch die halsbrecherischen Tonleitern im Schlusschor. Allerdings sollte Detlef Renneberg noch mehr auf die Artikulation des Chores achten – auf dem Gebiet gibt es noch viel zu tun. Ansonsten hatte er alle Musiker mit seinem ruhigen und unaufdringlichem Dirigat bestens im Griff und bescherte dem dankbaren Publikum einen eindrucksvollen Händel-Abend.

Von Heinrich Bunzendahl

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