Leere Stühle vor dem Mündener Rathaus

Gastronomen, Hoteliers und Veranstalter protestierten

Eine Protestaktion, wie es sie noch nicht gegeben hat: Mündener Gastronomen, Hoteliers und Event-Veranstalter versammelten sich am Freitag vor dem Rathaus in Hann. Münden. 
+
Eine Protestaktion, wie es sie noch nicht gegeben hat: Mündener Gastronomen, Hoteliers und Event-Veranstalter versammelten sich am Freitag vor dem Rathaus in Hann. Münden. 

Gastronomen, Hoteliers und Event-Veranstalter für die Abschaffung der Tourismusabgabe und steuerliche Entlastungen

Mit einem stillen, aber sehr eindrucksvollen Protest nahmen am Freitag Mündener Gastronomen, Hoteliers und Event-Veranstalter an der Aktion „Leere Stühle“ teil. Auf dem Rathausvorplatz hatten die Unternehmer 250 leere Stühle platziert, um auf ihre zurzeit herrschende Not aufmerksam zu machen, denn der Gastronomie bricht durch die Schließung der Unternehmen gerade ein Großteil der Einnahmen weg. Die unabhängige und privat organisiert Initiative „Leere Stühle“ begann vor einer Woche in Dresden. Deutschlandweit haben sich viele Städte angeschlossen, um ihre Forderungen an Land und Bund zu untermauern.

In Münden forderten die Teilnehmer von rund 25 Unternehmen steuerliche Entlastungen, Zuschüsse für die Betriebe und Abschaffung der Tourismusabgabe. „Wir brauchen einen klaren Fahrplan, wie wir zurück zur Normalität kommen können“, sagt dazu Antonio Iannibelli, Restaurantbesitzer und Initiator der Aktion in Münden. Es gehe schließlich um Existenzsicherungen.

Neben den Gastronomen und Hoteliers waren Vertreter der Mündener Gilde, des Dehoga Kreisverbandes Münden und des Vereins Pro Tourist dabei. Auf Tafeln forderten sie beispielsweise einen „Fahrplan für die Wiedereröffnung der Betriebe mit Planungssicherheit“, „Rettungsschirm für Hotel- und Gastrobetriebe - jetzt“ und „Unterstützung der Kleinstbetriebe durch Bund und Land“.

Mehrwertsteuer für Speisen soll sinken

Die Bundesregierung will die Mehrwertsteuer für Speisen ab dem 1. Juli befristet bis zum 30. Juni 2021 auf den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent senken. Bisher gilt für Speisen, die in einem Restaurant, einem Café oder einer Bar verzehrt werden, ein Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.

Mit der Senkung sehe man nach Darstellung von Antonio Iannibelli schon einen Erfolg, er hätte sich allerdings eine längere Dauer für die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie gewünscht. Denn ein Jahr sei nicht ausreichend, um die jetzigen Verluste wieder einzuholen.

Denn die Gastronomiebetriebe mussten als erste geschlossen werden und dürfen vermutlich als letzte wieder öffnen.

Die Forderungen in Schriftform wurden mit ausreichend Abstand an den Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn und Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener überreicht. „Es wird sicherlich viele Betriebe treffen“, meinte Gerd Hujahn. Er machte aber auch deutlich, dass sich nicht alles retten ließe.

„Ich kann in Hannover ein gutes Wort für euch einlegen“, versprach er. Harald Wegener machte deutlich, dass ein Dialog zwischen den betroffenen Unternehmen und der Politik wichtig sei.

Mit der Forderung, auf die Erhebung der Tourismusabgabe zu verzichten, konnte Wegener sich nicht anfreunden. „Uns fallen jetzt Gebühren und Steuerns weg, und wenn wir dauerhaft mit der Gießkanne verteilen, sind wir irgendwann nicht mehr leistungsfähig“, betonte er. Es müsse ein politischer Dialog stattfinden, um aus der Misere gemeinsam rauszugehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.