Wintereinbruch aber gut für die Natur

Gartenexperte rät: Pflanzen vor Erfrierungen und dem Austrocknen schützen

Schneehaube: Diese Krokusse haben ihre Köpfe bereits weit herausgestreckt. Ihnen bietet der Schnee einen gewissen Schutz vor dem Frost. Foto:  dpa

Kasse/Hann. Münden. Jetzt kommt der Winter mit Macht: Klirrend kalt soll es in den nächsten Tagen auch in unserer Region werden. Sibirische Kälte wird das Thermometer abrupt fallen lassen. Nicht nur für uns Menschen heißt es jetzt warm einpacken.

Mitunter gilt diese Empfehlung auch für Pflanzen im Garten, weiß Eberhard Walther vom Hessischen Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.

Kurzclip: Tipps von Gärtnermeisterin Ilse Meier

Wer seine Kübelpflanzen noch nicht richtig geschützt hat, sollte dies schnell nachholen, empfiehlt der Experte. So sollte man unbedingt vermeiden, dass der Wurzelballen durchfriert. Eine Hülle aus Jutesäcken oder auch Noppenfolie und ein geschützter Standort sind dabei hilfreich. Auch Frühlingsblüher, die sich mit ihren Köpfen bereits weit vorgewagt haben, sollte man zum Beispiel mit Tannenzweigen abdecken. „Denn es kann passieren, dass die Spitzen gefrieren“, erläutert Walther. Gardinen als Sonnenschutz.

An frostigen sonnigen Tagen sind immergrüne Gehölze besonders in Gefahr, Frostschäden zu erleiden. Denn die Wurzeln können aus dem gefrorenen Boden keine Feuchtigkeit aufnehmen und die Blätter trocknen in der Sonne aus. Deshalb sollte man mit Jutesäcken oder ausgedienten Gardinen für Schutz und Schatten sorgen, empfiehlt der Gartenfachmann.

Gefährdet sind auch die Rosen, die an geschützten Standorten nicht nur Blätter, sondern mitunter sogar Knospen und Blüten zeigen. Die Rosen sollten nicht nur angehäufelt werden, auch die Kronen brauchen Schutz. In die Erde eingesteckte Tannenzweige oder Hauben aus Jute oder Vlies sind dafür geeignet.

Bei starkem Frost sollte man übrigens die Gartenschere oder die Säge ruhen lassen. Wenn das Thermometer wieder um die null Grad anzeigt, könne man aber Obst- und Ziergehölze gut schneiden, rät der Experte. Auch Wasserschäden kann man vorbeugen: Bevor es friert, sollten Regentonnen geleert und nach außen führende Wasserleitungen und -hähne abgesperrt und entleert werden.

Der nunmehr echte Wintereinbruch sei aber grundsätzlich positiv für die Natur, meint Walther: „Die Pflanzen kriegen jetzt ein bisschen Winterruhe. So können sie im Frühjahr normal austreiben.“ In einem milden Winter könnten sich Pflanzen bereits sehr verausgaben, und es komme zu Verzögerungen bei der Blüte und beim Wachstum.

Den Schädlingen könnte die feuchtkühle Witterung der vergangenen Wochen übrigens bereits zugesetzt haben. Insektenpuppen und -larven werden dann eher von Pilzen befallen, und sie sterben ab.

Laub für Rhododendren

Für Rhododendren, die in vielen Gärten stehen, empfiehlt Ilse Meier, Gärtnermeisterin im Forstbotanischen Garten in Hann. Münden, diese im Bodenbereich gut mit Laub anzuhäufen. Das sorgt dafür, dass der Boden nicht so tief gefriert und schützt zugleich vor Austrocknung. Wenn die Rhododendren ihre Blätter einrollen, ist das kein Zeichen von Erfrierungen, wie man meinen könnte, sondern damit reduzieren die Pflanzen Verdunstungen, schützen sich vor Austrocknung. (hei/ems)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.