Eine Million Euro für effizientere Bioenergie aus Jühnde

Foto: Niesen

Jühnde. Die Anlage in Jühnde soll erweitert werden, damit demnächst Strom aus Wärme produziert werden kann.

Die Nutzung von Bioenergie in Jühnde geht in den nächsten Entwicklungsschritt: Mit der Anschaffung zweier weiterer Blockheizkraftwerke und einer nachgeschalteten, sogenannten ORC-Anlage zur Verstromung von Wärme aus Biogas, soll der Wirkungsgrad der Jühnder Anlagen erhöht und effizienter gemacht werden. Das kündigte der Geschäftsführer der Betreibergenossenschaft, Eckhard Fangmeier, an. Ziel ist, den Wirkungsgrad von bisher 68 auf den Traumwert von 100 Prozent zu steigern.

Für den Ausbau nimmt die Genossenschaft rund eine Millionen Euro in die Hand. Die Finanzierung steht und die Anlagen sind bestellt. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, soll es losgehen, sagte Fangmeier. Wenn alles glatt läuft, werden die Anlagen noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Das bisherige Blockheizkraftwerk mit einer Leistungsfähigkeit von 715 kWh wird um zwei neue mit je 550 kWh und der ORC-Anlage mit 120 kWh ergänzt.

Die Anlagen soll zudem bedarfsgerechter gesteuert werden. Das heißt, dass sie im Winter bei hohem Strom- und Wärmeverbrauch unter „Volldampf“ laufen, im Sommer, wenn vor allem weniger Wärme zum Heizen benötigt wird, werden sie heruntergefahren, erläuterte Fangmeier.

Die Jühnder Genossenschaft hat am vergangenen Wochenende mit einer hochkarätig besetzten Tagung zu Erfahrungen und Perspektiven der Bioenergiedörfer in Deutschland den seit zehn Jahre laufenden Betrieb der Anlage in Jühnde gefeiert.

Jühnde war damals in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen Vorreiter und entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem Pilgerziel von Förderern der Bioenergie aus der ganzen Welt. Im Landkreis Göttingen zählen zu den Bioenergiedörfern noch Barlissen, Wollbrandshausen, Krebeck und Reiffenhausen. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 150 Bioenergiedörfer. (zhp)

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