Verein Biker und Triker erfüllt krebskrankem Jungen aus Hemeln Herzenswunsch

Elektroquad für Adrian

Ein Herzenswunsch erfüllt: Adrian auf seinem Elektroquad zusammen mit Karsten Schulz (stehend) sowie Diana und Heiko Schomberg. Mit dem Quad kann sich der Junge ohne fremde Hilfe fortbewegen. Foto: Siebert

Hemeln. „Es war schon ein berührender Moment, als wir gesehen haben, wie sich Adrian über das Elektroquad gefreut hat“, erzählt Karsten Schulz, Vorsitzender des Vereins Biker und Triker. Denn am Montagnachmittag haben er, Diana und Heiko Schomberg dem zehnjährigen, an Krebs erkranktem Jungen aus Hemeln, ein Elektroquad geschenkt.

„Das ist echt cool. Ich freue mich schon, wenn ich damit fahren kann“, sagt Adrian.

Durch Operation, Bestrahlung und Chemo ist der Junge so geschwächt, dass er kraftlos ist und wenig Energie hat, um länger laufen zu können. Im Sommer war es ein Aufsitzrasenmäher, mit dem er sich fort bewegt hat. Eine Alternative wäre der Rollstuhl, aber um diesen selber zu bewegen, fehlt ihm die Kraft in den Armen. So ist er jedes Mal abhängig und auf andere angewiesen. Mit dem Elektroquad kann er sich ohne fremde Hilfe fortbewegen.

„Das ist echt cool. Ich freue mich schon, wenn ich damit fahren kann.“

ADRIAN

Mobiler zu sein mit einem Elektroquad war sein einziger Wunsch, den er zu Weihnachten hatte. Eigentlich sollte das Gefährt schon Heiligabend überreicht werden, doch durch einen Streik bei der Lieferfirma kam das Geschenk nicht rechtzeitig an. Trotzdem besuchten die Biker den Jungen und überreichten am Heiligabend ein Quadmodell mit dem Versprechen, das Original nachzuliefern.

Bei Adrian wurde in diesem Jahr ein Gehirntumor festgestellt. Nach der Operation standen Chemo und Bestrahlung an, bis zum Frühjahr im kommenden Jahr müssen noch regelmäßig diese medizinischen Anwendungen vorgenommen werden. Doch der Junge ist tapfer und versucht trotz der Einschränkungen ein normales Leben zu führen, dazu gehört auch der Schulbesuch.

Seine Mutter Ute-Schmidt-Mackenrodt und sein Vater Jürgen Schmidt waren angetan, als sie beim diesjährigen Hemelner Weihnachtsmarkt von Karsten Schulz angesprochen wurde, wie denn die Vereinsmitglieder dem kranken Jungen eine Freude machen können. Die Mutter erzählte von dem Wunsch des Jungen. „Es war ganz unkompliziert und so herzlich, dass ich sehr gerührt war“; berichtet sie. „Ihr braucht euch um nichts zu kümmern, wir machen das alles sagte uns Karsten Schulz“. Nicht nur ihr Sohn, die ganze Familie zu der auch noch die 13-jährige Johanna gehört, war von der Begegnung begeistert, die als sehr herzlich beschrieben wurde. „Wir alle fühlten uns so richtig wahrgenommen mit unseren Problemen“.

„Für uns ist das ganz selbstverständlich, dass wir die Gefühle und Belange der Familien mit ihren kranken Kindern erst nehmen“, sagt Karsten Schulz.

Trotz der Belastung für die Familie sind Adrians Eltern froh über die Hilfe und auch den Zuspruch aus vielen Bereichen. „Es ist ein Segen, dass wir eine gute Klinik mit so fachkompetenten Fachleuten in unserer Nähe haben“, sagt Ute Schmidt-Mackenrodt. „Wenn wir da die Eltern sehen, die von weither anreisen müssen, um ihre Kinder zur Behandlung nach Göttingen zu fahren, habe wir es einfach“. Auch von der Stimmung auf der Kinderkrebsstation sind die Mackenrodts beeindruckt. Dort sei es sehr lebendig, die Kinder würden mit ihrer Krankheit ganz anders, viel gelassener umgehen als die Eltern, das helfe den Erwachsenen auch oft. Dazu beitragen würden auch Ärzte und Mitarbeiter, die seien immer für Eltern und die Kinder da.

Von Petra Siebert

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