Fund in Spiekershausen

So entdeckte Hilmar Sengler die Bombe auf seinem Grundstück

Bei Erdarbeiten auf seinem Grundstück an der Eberleinstraße entdeckten Spiekenhäusers Ortsbürgermeister Hilmar Sengler und zwei Mitarbeiter einer Gartenbaufirma am Mittwoch eine amerikanische Thermit-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Diese ist eine Brandbombe und etwa 30 Zentimeter lang, mit einem Durchmesser von circa 15 Zentimetern. Sengler ließ sogleich die Arbeiten stoppen und benachrichtige die Polizei. Diese informierte den Kampfmittelräumdienst in Hannover, der am nächsten Morgen gegen 9.30 Uhr in Spiekershausen anrückte.

Nach einer Untersuchung der Bombe, die sich in etwa 1,30 Metern Tiefe befand, gab der Experte aus Hannover rasch Entwarnung. „Zuerst pulte der Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes die Spitze der Bombe frei. An dieser konnte er sehen, dass die Bombe bereits ausgebrannt war. Daraufhin gab er Entwarnung“, erzählt Sengler. Anschließend wurde noch die Erde in dem Bereich auf Verunreinigung untersucht. Aber auch hier ergaben sich keine Auffälligkeiten, so der Ortsbürgermeister.

Der Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes schaufelte dann mit einem Spaten die Bombe aus dem Boden, packte sie in eine Box und machte sich wieder auf den Weg nach Hannover, wo das Fundstück aus dem Zweiten Weltkrieg nun vernichtet werden soll.

„Der Experte erzählte mir, dass solche Funde im Frühjahr vermehrt vorkommen. In dieser Zeit würden oft Gärten umgegraben, sodass auch mal die ein oder andere Bombe zum Vorschein komme. Wenn überhaupt, seien die meisten Bomben aber erst in tieferen Bodenschichten zu finden“, berichtet Sengler.

Er selbst hatte das etwa zwei Meter tiefe Loch ausgraben lassen, um dort einen unterirdischen Flüssiggastank zu installieren. Als er den Mitarbeiter der Gartenbaufirma plötzlich „Halt! Nicht weiter! Da ist eine Bombe!“ rufen hörte, wurde ihm schon etwas mulmig zumute, gesteht er.

Auch in der Nacht schlief er unruhig, aber nicht in erster Linie, weil er Angst vor der Explosion der Bombe hatte, sondern weil er hoffte, dass nicht sein gesamter Garten auf der Suche nach weiteren Bomben umgegraben werden müsse.

„Zum Glück gab der Kampfmittelräumdienst Entwarnung und vermutete nicht noch weitere Kriegshinterlassenschaften in meinem Garten“, sagt der Ortsbürgermeister. Schließlich werde am Montag der Tank geliefert. Bis dahin wäre die Zeit ziemlich knapp geworden.

„Außerdem lebe ich in diesem Haus und auf diesem Grundstück schon seit über 40 Jahren. Bisher ist nie etwas passiert und irgendwie war ich mir auch sicher, dass es so bleiben würde“, sagt Sengler, sichtlich über den guten Ausgang erleichtert. (fis)

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