Die Firma chw-technik in Duderstadt hat für Arthrose-Patienten eine Orthese entwickelt

Erfindung entlastet das Knie

So sieht sie aus: Helmut Wagner mit der von ihm entwickelten Knie-Entlastungs-Orthese mit Namen „Kneo“. Das Foto rechts zeigt, wie der Patient die Orthese trägt. Kneo wird über eine Einlegesohle im Schuh befestigt. Fotos: Schröter

Duderstadt. Wer sie hat, kann ein Lied davon singen: Knieschmerzen sind übel und können einem das Leben zur Hölle machen. Gerade ältere Menschen zahlen damit oft den Preis dafür, dass sie im Laufe der Jahre körperlich zu hart gearbeitet oder zu viel Sport getrieben haben.

Oft sind Knieschmerzen aber auch ganz anderer Natur. Sie entstehen immer dann, wenn Muskeln und Bänderapparat am und im Knie erschlaffen, es dadurch zu einer O- oder X-Beinstellung und in Folge dessen zu einer einseitigen Arthrose kommt.

Bislang gab es für betroffene Patienten nur zwei Möglichkeiten: Eine Operation mit langwieriger Reha-Maßnahme und unsicherem Ausgang oder eine Orthese, die am Oberschenkel angeschnallt wird, über das Kniegelenk hinunter reicht und dieses mit so viel Kraft in die gewünschte Richtung zieht, dass der Schmerz gelindert wird.

„Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass diese Orthesen unangenehm zu tragen sind, häufig verrutschen und nicht sonderlich wirkungsvoll sind“, sagt Helmut Wagner. Der 48-Jährige leidet selbst an Arthrose im Knie. Deshalb nahm sich der Duderstädter Maschinenbauingenieur des Problems an. Er entwarf eine Orthese, die nicht von oben über das Knie reicht und somit – neben allen anderen Nachteilen – auch noch aufwändig anzulegen ist.

Seine Erfindung mit dem Namen „Kneo“ (Knie-Entlastungs-Orthese) wird über eine Einlegesohle im Schuh befestigt.

Über eine außen liegende, nach oben reichende und am oberen Ende gepolsterte Edelstahlstange übt sie kurz unterhalb des Kniegelenks den gewünschten Druck aus. Damit sorgt sie dafür, dass der von Arthrose betroffene Teil des Gelenks entlastet wird und die Schmerzen deutlich nachlassen oder sogar gänzlich verschwinden.

„Ich habe mich Anfang vergangenen Jahres selbstständig gemacht und meine Orthese schon im Mai bei der Orthopädie- und Rehamesse in Leipzig präsentiert“, erzählt Wagner, der sein kleines Unternehmen „CHW-Technik“ im Keller seines Einfamilienhauses in Duderstadt untergebracht hat, wo er die Orthesen selbst produziert. Einzige Mitarbeiterin ist seine Frau Corinna. „Bei der Messe haben wir von Ärzten und Experten von Sanitätshäusern gute Resonanz bekommen“, sagt Wagner. Vor allem über die Wirkung seiner Orthese habe es allgemeines Erstaunen gegeben.

„Meine Schwierigkeit besteht zurzeit darin, Kneo bekannt zu machen“, sagt der 48-Jährige. An Ärzte sei nur schwer heranzukommen. Und auch wenn viele Sanitätshäuser, bei denen er vorstellig geworden ist, gerne mit ihm zusammenarbeiten würden, fehlt es einfach an Patienten. „Die wissen ja gar nicht, dass es diese Orthese gibt und können ihren Arzt damit auch nicht darum bitten, sie ihm zu verschreiben.“

Und dabei würden die Kosten für seine Knie-Entlastungs-Orthese bei Vorlage eines Rezepts sogar von den meisten Krankenkassen übernommen.

Weitere Informationen (auch für Ärzte) gibt es im Internet unter www.chw-technik.de sowie telefonisch unter 05527/ 99 89 69.

Von Per Schröter

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