Falscher Polizist zu Geldstrafe verurteilt

Im August vergangenen Jahres soll er bei Lutterberg eigenmächtig den Verkehr geregelt und sich als Polizist ausgegeben haben. Nun wurde der vorbestrafte 44-Jährige aus Ahnatal vom Mündener Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt.

HANN. MÜNDEN. Routiniert schob der Angeklagte seinen Stuhl schon einige Sekunden vor der Urteilsverkündung zurück, bereit sich zu erheben. Die Art und Weise, wie sich der 44-jährige Ahnataler am Mittwoch vor dem Mündener Amtsgericht selbst gegen den Vorwurf der Amtsanmaßung verteidigte, und nicht zuletzt sein Vorstrafenregister gaben Aufschluss darüber, dass ihm der Gerichtssaal nicht fremd ist.

Dem Mann, der unter anderem wegen Betruges und Körperverletzung vorbestraft ist und dem Polizei-Funkclub Kassel angehört, wurde vorgeworfen, im August vergangenen Jahres, bei einem Stau an der Autobahnauffahrt zur A7 bei Lutterberg, eigenmächtig den Verkehr geregelt zu haben.

Dabei kam es zu einem Konflikt mit einem 34-jährigen Autofahrer aus dem Saarland. Während dieses Streits soll sich der Ahnataler als Polizist ausgegeben haben. Deshalb wurde ihm nun der Prozess wegen Amtsanmaßung gemacht.

Der Angeklagte wies diesen Vorwurf jedoch von sich. Er habe weder aktiv ins Verkehrsgeschehen eingegriffen, noch zu irgend einem Zeitpunkt behauptet, dass er Polizist sei.

Ebenso bestritt er, dem Zeugen aus dem Saarland, der den Vorfall bei der Kasseler Polizei zur Anzeige gebracht hatte, während des Streits sein Handy abgenommen zu haben, als dieser Fotos von ihm machen wollte.

Als Zeugen wurden weiterhin die beiden Polizeioberkommissare, die die Anzeige aufgenommen hatten, der Präsident des Polizei-Funkclubs sowie ein Krankenpfleger geladen, der mit einem Fahrzeug der Rettungshundestaffel am Ort des Geschehens zugegen war.

Nachdem keine der Zeugenaussagen die Darstellung des Angeklagten bestätigen konnte und der Zeuge aus dem Saarland für glaubwürdig befunden wurde, ging Richter Thomas Matusche dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft nach und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro.

Ein von dem Angeklagten angebrachtes Videobeweismaterial des Vorfalls konnte ebenfalls keine neuen Aufschlüsse mehr über die Vorkommnisse im August geben.

Mit stoischer Uneinsichtigkeit nahm der Angeklagte die gegen ihn verhängte Strafe zur Kenntnis. Nach der Verhandlung kündigte er an, in Revision gehen zu wollen. Sein Arbeitslosengeld-II reiche zur Begleichung der Strafe nicht aus. (mad)

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