Wie Familien um Sternenkinder trauern

Gedenktöpfern: Pastorin Barbara Lüskow (links) und Küsterin Regina Wollschläger zeigen die Erinnerungskugeln mit kleinen Sternen, die Familien in der Töpferei der Marienkirche in Gimte gestaltet haben, zur Erinnerung an ihre gestorbenen Babys. Foto: Kuri

Gimte. Sternenkinder sind Babys, die noch im Mutterleib gestorben sind. Das Pastorenehepaar Barbara und Matthias Lüskow aus Gimte hilft Familien bei der Trauerarbeit.

Noch bevor sie das Licht der Welt erblicken konnten, sind sie bereits gestorben: sie werden liebevoll Sternenkinder genannt. Für die Eltern ist es ein Schock, wenn sie die Nachricht erhalten, dass ihr Baby still geboren wird. Dabei ist es egal, in welchem Stadium einer Schwangerschaft sich ein solches Schicksal ereignet.

Gedenkgottesdienst 

Das Pastorenehepaar Barbara und Matthias Lüskow aus Gimte möchte betroffenen Familien Mut machen und mit ihnen gemeinsam in einem Gottesdienst der gestorbenen Kinder gedenken. „Egal wie lange es her ist, dass eine Familie ihr Baby verloren hat, Wochen, Monate, Jahre oder Jahrzehnte. Jeder der möchte, kann mit uns gemeinsam eine Kerze anzünden und beten,“ sagt Pastor Lüskow.

Der Gedenkgottesdienst findet am Samstag, 21. November um 17 Uhr in der Marienkirche Gimte statt.

Erinnerung 

Um der gemeinsamen Zeit und dem Dasein ein sichtbares Symbol zu geben, trafen sich Familien jetzt in der Töpferei der Marienkirche, um eine Gedenkkugel zu gestalten.

Küsterin Regina Wollschläger töpfert seit 30 Jahren und stand den Teilnehmern mit Rat und Tat zur Seite. Sie gab Anleitungen, wie der Ton zu bearbeiten ist, damit er später im Brennofen nicht reißt, und half auch, wenn der ein oder andere Arbeitsschritt nicht gelingen wollte. Nicht nur Eltern haben an den Kunstwerken gearbeitet. Auch die Geschwisterkinder haben beim Formen der Gedenkkugeln mit gewerkelt.

Trauerarbeit

Bei dem Töpfern wurde auch der Umgang mit der eigenen Trauer besprochen. „Wir haben eine Erinnerungskiste zu Hause, mit einem Strampler, den David bei seiner ersten Fahrt nach Hause anziehen sollte,“ sagte eine Teilnehmerin. Und ein Geschwisterkind berichtete: „Zum Geburtstag gehe ich an Bens Sternenkinder-Grab und zünde eine Kerze an.“ Für die meisten Eltern ist die Erinnerung an ihre Sternenkinder sehr stark.

„Auch wenn wir nicht die Erinnerung an das erste Lachen haben oder die Augenfarbe nicht kennen, tragen wir unsere Erinnerung an ein Stück gemeinsame Zeit tief in unseren Herzen“, sagte ein Mutter.

Mit den Gedenkkugeln sind ganz eigene Unikate entstanden, die die Erinnerung für alle sichtbar machen. Durch die ausgestochenen Sterne werden kleine Lichtersterne strahlen, und an die kleinen Geschöpfe erinnern, die sich zu früh aus unserem Leben verabschiedet haben. (zsk)

Kontakt: Pastorin Barbara und Pastor Matthias Lüskow, Telefon 05541/9540414.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.