Ramadan

Fastenbrechen: Moschee in Hann. Münden ist offen für alle

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Beim abendlichen Fastenbrechen im Ramadan arbeiten alle zusammen. Das Bild zeigt Mediha Akin vom Vorstand des Moschee Vereins (rechts), dahinter Vera Razat vom Bürgertreff und einige der Frauen, die Essen austeilen. 

In Hann. Münden findet in diesen Tagen das gemeinsame Fastenbrechen statt. Es wird gelacht, gebetet, gesprochen. Jung und alt kommen in der Moschee am Dielengraben zusammen. 

„Es ist offen für alle. Jeder ist herzlich willkommen“, sagt Mediha Akin, Vorsitzende der Frauen des Moschee Vereins in Hann. Münden. Seit 25 Jahren engagiert sie sich hier ehrenamtlich. Fast genauso lange arbeitet sie im Bürgertreff Hann. Münden mit.

An diesem Montag findet wie jeden Tag im Ramadan das gemeinsame Fastenbrechen (Iftar) nach Sonnenuntergang statt. Es wird gelacht, gebetet, gesprochen. Jung und alt kommen hier in der Moschee am Dielengraben in Hann. Münden zusammen.

Es sind Mitglieder des Moschee-Vereins, Geflüchtete aus Syrien und Tunesien und andere Bürger der Stadt. Zwischen 100 bis 150 Menschen sind es jeden Abend, am Wochenende noch mehr. Ein eigens speziell für das Kochen im Ramadan ausgebildeter Koch aus der Türkei ist vor Ort und übernimmt das Abendessenangebot. 

Über das, was übrig bleibt, freuen sich am nächsten Tag die Kinder im Bürgertreff. Viel wird auch mit nach Hause genommen, für die, die nicht kommen können. Es soll so wenig wie möglich übrig bleiben.

Zum ersten Mal bietet der Bürgertreff jeden Montag des Ramadans einen gemeinsamen Besuch für alle interessierten Menschen an.

Man möchte die Hemmschwelle so niedrig wie möglich halten, so Vera Razat vom Bürgertreff, und damit eine interkulturelle Begegnung ermöglichen. Bisher wurde das Angebot aber kaum angenommen, man hofft auf die nächsten Montage und vor allem auf den 31. Mai, den Höhepunkt des gemeinsamen Fastenbrechens. 

Ein Fleischgericht, Bulgur, gemischter Salat und eine Hochlandsuppe stehen auf dem Speiseplan.

Ab 18.30 Uhr werden im Dielengraben Führungen durch die Moschee angeboten, Reden gehalten und nach Sonnenuntergang gemeinsam gegessen. Wer möchte, kann anschließend am Abendgebet teilnehmen und als Abschluss in einer Gesprächsrunde zu Tee und Gebäck zusammen kommen. 

Es ist das zweite Mal, dass in und an der Moschee das Fastenbrechen als großes Fest für die Öffentlichkeit begangen wird. In früheren Jahren feierte man vor dem Bürgertreff auf der Straße miteinander.

Mit bis zu 500 Menschen rechnen die Organisatoren an diesem Abend. Mediha Akin erzählt, was Ramadan für sie bedeutet: „Es bedeutet inneren Frieden und Ruhe zu finden, zu teilen.“ Es sei egal, aus welchem Land man komme oder welcher Religion man angehöre. Jeder sei willkommen. 

Am liebsten kocht sie selber und lädt Freunde und Bekannte ein. Das Miteinander steht bei ihr im Vordergrund. Wer zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten kann, spendet jeden Tag des Ramadans zehn Euro. Das Geld kommt Bedürftigen zugute.

Auch der Imam Ömer Demirtas schildert, wie er den Ramadan empfindet: „Es sind ganz besondere Feiertage. Ich genieße die Gottesdienste und neige meine Seele zu Gott. Es geht nicht nur um das Fasten, sondern auch um das Sammeln für Bedürftige.“

Seit zwei Jahren arbeitet er für die Mündener Gemeinde. Insgesamt fünf Jahre kann ein Imam aus der Türkei am Stück im Ausland sein. Danach muss man zurückkehren. Imame sind als Beamte des Landes angestellt. Höchstens zweimal sind solche Auslandsaufenthalte möglich. Für den Imam ist es bereits das zweite Mal in Deutschland. 

Es sei schwierig, sagt er, vor allem für die Kinder, nach so langer Zeit wieder zurückzugehen. Nach dem Essen spricht der Imam noch ein paar Worte. Ein Gebet darüber, dass alles so schön ist, ein Ausdruck der Dankbarkeit für das Essen, für Gesundheit, Freundschaft und Frieden. 

Treffen: Jeden Montag bis zum Ende des Ramadans ist um 20.15 Uhr Treffpunkt am Bürgertreff in der Ziegelstraße 56, Hann. Münden.

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