Feuerwehr Escherode

Einige Einsätze bleiben im Kopf - Ortsbrandmeister blickt zurück

Im Einsatz für Escherode: Hauptbrandmeister Hans-Jürgen Stock stand nicht nur an der Spitze der Feuerwehr. Er ist auch Ortsbürgermeister des Staufenberger Dorfes.
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Im Einsatz für Escherode: Hauptbrandmeister Hans-Jürgen Stock stand nicht nur an der Spitze der Feuerwehr. Er ist auch Ortsbürgermeister des Staufenberger Dorfes.

Hans-Jürgen Stock blickt auf 35 Jahre als Ortsbrandmeister von Escherode zurück. Schwere Einsätze, Großbrände und Unfälle gehen ihm dabei durch den Kopf.

Escherode – Wenn Hans-Jürgen Stock auf seine 35 Jahre als Ortsbrandmeister von Escherode zurückschaut, geht ihm vieles durch den Kopf. Dazu gehören auch Bilder von schweren Einsätzen bei Großbränden und Unfällen, die sich regelrecht in das Gedächtnis eingebrannt haben und auch Jahre später noch präsent sind. Nach solchen Ereignissen habe er schon ein paar unruhige Nächte gehabt, sagt Stock. Zumal er als Ortsbrandmeister für seine Leute verantwortlich ist und abschätzen muss, wer, wo eingesetzt werden kann, wer schon über genügend Erfahrung verfügt, um in der ersten Reihe zu stehen.

„Als Ortsbrandmeister habe ich die Fürsorgepflicht“, sagt der 62-Jährige. Dazu gehöre auch die Betreuung nach Einsätzen. In vielen Fälle helfe es schon, sich anschließend zusammenzusetzen und miteinander zu reden. Aber es sei auch öfter vorgekommen, dass die Hilfe von Notfallseelsorgern nötig war. Stock erinnert sich etwa an einen Autounfall, bei dem ein Feuerwehrmann aus Staufenberg schwer verletzt wurde und später starb. Über zehn Jahre liegt das zurück, aber die Erinnerung ist noch nicht verblasst. Mit solch besonderen Situationen hatte Stock aber auch beruflich Erfahrung. 15 Jahre arbeitete er bei der Deutschen Bahn im Notdienst und war unter anderem auch dafür geschult, Lokführer nach Unfällen an der Bahnstrecke zu betreuen. Heute ist er für die Planung des Güterverkehrs mitzuständig.

Sich gegenseitig zu unterstützen und füreinander da zu sein, sei für Feuerwehrleute aber generell selbstverständlich, sagt Stock. Nicht nur in besonders schweren Stunden, sondern auch im Alltag. „Bei uns zählt die Kameradschaft. Das ist heute selten geworden. Man hilft sich. Ein Anruf genügt.“ Die Ortswehr sei wie eine große Familie. Auch wenn er selbst erst mit 18 Jahren in die Feuerwehr eingetreten ist – damals gab es noch keine Kinder- oder Jugendwehr, ist er mit den Brandschützern groß geworden. Sein Vater Theo Stock war wie er Ortsbrandmeister von Escherode und hat seinen Sohn am Sonntagvormittag zu den Dienststunden ins Feuerwehrgerätehaus mitgenommen. Die Feuerwehr sei ihm sozusagen in die Wiege gelegt worden. Bis heute sei er ein Feuerwehrmann aus Leidenschaft, den es stolz mache, anderen helfen zu können. Dass er jetzt seinen Posten als Ortsbrandmeister niedergelegt habe und zum Jahresende nach 20 Jahren auch als stellvertretender Gemeindebrandmeister aufhöre, liege vor allem daran, dass es Jüngere gibt, die bereitstünden, Verantwortung zu übernehmen. Zugleich möchte der Vater zweier erwachsener Töchter aber auch noch etwas tun, was über die Jahre auch wegen seines Dienstes in der Feuerwehr zu kurz gekommen sei. Er möchte reisen. „Nicht rund um die Welt, sondern ich möchte Deutschland kennenlernen“. Und das mit seiner Frau Heike. „Ohne sie“, sagt Stock, „hätte ich das nicht so lange durchgehalten.“

Das Wichtigste sei für ihn in all den Jahren gewesen, dass nach Einsätzen alle wieder gesund nach Hause kommen. Und das sei gelungen. In den 35 Jahren sei niemandem ernsthaft etwas passiert. Und darauf sei er zurecht stolz, sagt Stock. Der Deutsche Feuerwehrverband hat ihm sein zweithöchstes Ehrenzeichen verliehen. Das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber.

VON EKKEHARD MAASS

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