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Kreisfeuerwehr: Mit VR-Brillen sollen Einsatzkräfte besser vorbereitet werden

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Von: Bernd Schlegel

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Virtueller Löschangriff: Landrat Marcel Riethig hat es ausprobiert.
Virtueller Löschangriff: Landrat Marcel Riethig hat es ausprobiert. © Kreisfeuerwehr Göttingen

Die Kreisfeuerwehr im Landkreis Göttingen will Aus- und Fortbildung verbessern. Dafür wurde Geld in die Hand genommen. Zudem wurden zahlreiche Mitglieder geehrte und es Vorstandswahlen beim Kreisfeuerwehrverband.

Landkreis Göttingen – Die Feuerwehr im Landkreis Göttingen setzt bei der Aus-, Fort- und Weiterbildung verstärkt auf den Einsatz von Computersystemen und virtuelle Realität. Der Kreisfeuerwehrverband Göttingen schafft dazu entsprechende Module im Wert von 18 000 Euro an.

Landkreis Göttingen: VR-Brillen für die Feuerwehrausbildung

Das wurde bei der Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Göttingen in Groß Schneen bekannt. „Vor allem das Erkunden besonderer Einsatzlagen, beispielsweise bei Unfällen mit Gefahrgut, ist für uns bei einer Übung nur schwer darstellbar“, sagte Verbandsvorsitzender Martin Willing. Zum einen benötige dies einen enormen Personalaufwand, zum anderen müssten vielfältige Einsatzszenarien trainiert werden.

Mithilfe von Brillen mit virtueller Realität (VR) sei es zukünftig möglich, verschiedene Einsätze realitätsnah darzustellen. Dazu gehören beispielsweise Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen, Gefahrguteinsätze oder Wohnhausbrände, bei denen Techniken und Taktiken geübt werden können. „Das digitale Training bietet uns die Möglichkeit, dass auch Kameradinnen und Kameraden mit geringeren Einsatzzahlen bestens ausgebildet werden können. Digital können sie viele Szenarien üben“, so Willing.

Brandschutzerziehung weiter wichtiges Thema bei der Kreisfeuerwehr

Als weiteres Beispiel nannte er Unfälle mit radioaktiven oder giftigen Stoffen, die man bislang nur schwer üben konnte. „Die digitale Simulation ist natürlich kein Ersatz für das traditionelle Training, sondern eine Ergänzung. Es ist aber eine neue Herangehensweise, um Nachwuchs zu gewinnen. Denn den brauchen wir“, betonte der Chef des Kreisfeuerwehrverbandes. Bei der Versammlung in Groß Schneen konnte eine solche Anlage einmal ausprobiert werden. Landrat Marcel Riethig (SPD) nahm den „virtuellen Löschschlauch“ auch gleich in die Hand und testete die Technik.

Mit der Beschaffung der digitalen Technik wird laut Willing der erste Teil der Neuausrichtung des Kreisfeuerwehrverbandes umgesetzt. Voraussetzung für den Kauf der Ausrüstung sei aber, dass ein Team oder eine Ortswehr gefunden werde, die sich um die neue Technik kümmert und dafür verantwortlich ist.

Auszeichnungen: Langjährige und verdiente Mitglieder der Feuerwehr wurden bei der Verbandsversammlung in Groß Schneen geehrt. Über die aktuellen Entwicklungen bei den Feuerwehren im Landkreis Göttingen berichtete Verbandschef Martin Willing (links).
Auszeichnungen: Langjährige und verdiente Mitglieder der Feuerwehr wurden bei der Verbandsversammlung in Groß Schneen geehrt. Über die aktuellen Entwicklungen bei den Feuerwehren im Landkreis Göttingen berichtete Verbandschef Martin Willing (links). © Kreisfeuerwehr Göttingen

Ein wichtiges Thema für die Verbandsarbeit ist weiterhin die Brandschutzerziehung. So sollen in Kürze 1200 Mal- und Arbeitsbücher für Grundschüler gedruckt werden. Darin werden die Folgen eines Brandes kindgerecht erklärt. Eine erste Auflage war bereits im vergangenen Jahr verteilt worden. „Den Kindern schon früh den Umgang mit Feuer und deren Gefahren beizubringen, ist von grundlegender Bedeutung“, so Willing. Daher sei es umso wichtiger, gute und geeignete Brandschutzerzieher in den Städten und Gemeinde zu gewinnen, die in die Schulen gehen. Kreis-Brandschutzerzieher Nils Salzwedel sei es zudem gelungen, sein Team weiter auszubauen.

Sorge: Rückstau bei technischen Feuerwehrlehrgängen

Mit Sorge blickt Verbandschef Willing auf den geballten Rückstau bei den technischen Feuerwehrlehrgängen. Wegen Corona mussten viele Kurse abgesagt werden. Einzelne Kommunen haben nun so viele Teilnehmer, dass sie eigene Lehrgänge anbieten können. Als Beispiel nannte Willing Sprechfunk-Lehrgänge, bei denen die Teilnehmer zuhause am PC sitzen. Bislang sei von dieser Möglichkeit im. Landkreis Göttingen noch nicht Gebrauch gemacht worden. Bei der Truppmann-Ausbildung gibt es hingegen schon seit Jahren Kurse vor Ort, so Willing.

Außerdem wurden zahlreiche Mitglieder in den Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes gewählt. Es sind: Carsten Dörner (Beisitzer Stadtfeuerwehr Hann. Münden), Martin Freerk (Beisitzer Gemeindefeuerwehr Adelebsen), Mike-Christoph Klages (Beisitzer Gemeindefeuerwehr Gleichen), Thorsten Geißler (Besitzer Stadtfeuerwehr Göttingen), Frank Dittrich (Beisitzer Berufsfeuerwehr Göttingen) sowie Marcel Lahrsow aus Bovenden (Kreis-Pressewart). (Bernd Schlegel)

Ehrungen bei der Versammlung

Es wurden zahlreiche langjährige und treue Mitglieder geehrt. Zu Ehrenmitgliedern des Kreisfeuerwehrverbandes wurden Markus Füllgrabe und Heiko Wiegmann gewählt. Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold erhielten Dieter Röthig (Gimte) und Karsten Beuermann (Scheden). Mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silver wurden Dirk Otter (Benniehausen), Mike Christoph Klages (Galliehausen) und Oliver Pagel (Bühren) geehrt. Das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze erhielt Michael Deutsch (Bremke). Die Silberne Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen wurde Helge Montag (Göttingen) und Rainer Hartmann (Emmenhausen) verliehen. Für 50-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr wurde zudem Albert Sasse (Ballenhausen) geehrt.

In Staufenberg übte die Feuerwehr gemeinsam mit dem THW Hann Münden auf und am Wasser der Fulda. Die Kreisfeuerwehr warnt vor Teelichtöfen und anderen „Heiztipps“ aus dem Netz.

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