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Feuerwehr Staufenberg: Zahl der Einsätze steigt im Jahr 2022 wieder

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Von: Jens Döll

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Waldbrand bei Sichelnstein Mitte März: Von brennenden Holzstapeln aus hatte sich das Feuer durch Funkenflug auf eine rund 5000 Quadratmeter große Fläche mit viel Totholz und Windwurf ausgebreitet.
Waldbrand bei Sichelnstein Mitte März: Von brennenden Holzstapeln aus hatte sich das Feuer durch Funkenflug auf eine rund 5000 Quadratmeter große Fläche mit viel Totholz und Windwurf ausgebreitet. (Archiv) © Luftbild: Thomas Meder

Die Feuerwehr Staufenberg blickte auf das Jahr zurück. Das geschah im Zuge der vergangenen Ratssitzung in der Gemeinde. Es gab 2022 mehr Einsätze als 2021.

Staufenberg – Der Trend geht wieder zu mehr Einsätzen, berichtet Gemeindebrandmeister Dominic Fenske in Staufenberg bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates (01.12.2022). Er unterrichtete die Ratsmitglieder über den Zustand der Feuerwehren in der Gemeinde und gab eine vorläufige Einsatzbilanz für dieses Jahr. Bis zur Sitzung wurden 136 Einsätze von den Wehren in den Ortsteilen absolviert.

Staufenberg: Mehr Einsätze der Feuerwehr im Jahr 2022

Im Jahr 2019, vor der Coronapandemie, waren es 207. Dann 2020 lediglich 94. 2021 waren es bereits wieder 106. Die Tendenz, der „Trend“, zeige also wieder nach oben. Die Einsätze gliederten sich laut Fenske wie folgt: 71 Mal wurde technische Hilfe geleistet, 34 Fehlalarme gab es. Zu 15 Brandeinsätzen rückten die Wehren aus, zehnmal wurde Amtshilfe geleistet.

Die sogenannte First-Responder-Einheit rückte sechsmal aus. Dabei handelt es sich um eine Einheit, die ausrückt, um Erste Hilfe zu leisten. Das Personal ist medizinisch geschult und besitzt oft einen medizinischen Background. Einsatzschwerpunkte seien die Autobahn 7 und das Gewerbegebiet Lutterberg gewesen, so der Gemeindebrandmeister in seiner Ausführung. Momentan haben die Wehren insgesamt 226 Aktive, die sich auf zehn Feuerwehren aufteilen. Dazu kommen noch gemeindeweit 73 Jugendfeuerwehrleute und 20 Mitglieder der Kinderfeuerwehr. „Wir freuen uns dass in diesem Jahr in Sichelnstein mit den Löschzwergen eine neue Kinderfeuerwehr gegründet wurde“, so Fenske.

Mitgliedergewinnung als Probelm der Feuerwehr wegen Corona

Trotzdem täuschen die Zahlen nicht darüber hinweg, dass es Probleme in der Mitgliederentwicklung gebe. Ein weiteres Problem sei, dass wegen der Coronapandemie viele Lehrgänge noch nicht vorgenommen werden konnten. 30 Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene seien beantragt worden, konnten aber noch nicht zugewiesen werden. Positiv in seiner vorläufigen Jahresbilanz hob Fenske den Übungstag mit dem THW Hann. Münden in Spiekershausen in und an der Fulda Ende Oktober hervor. „Das wollen wir 2023 wiederholen, vielleicht wird es auch zur Tradition“, sagte er.

Zudem sei es ein sehr gutes Zeichen, dass nach langen Planungen der Bau des Feuerwehrhauses in Landwehrhagen begonnen habe. Dazu führte auch Bürgermeister Bernd Grebenstein in der Sitzung des Rates aus, dass die Arbeiten nun seit etwa drei Monaten laufen. Sollte es das Wetter zulassen, werde in diesem Jahr noch mit dem Mauerwerk begonnen. Im kommenden Jahr könnte das Projekt „Anbau Sozialtrakt“ in Sichelnstein beginnen.

Dafür seien erste Entwürfe und eine Baubeschreibung fertiggestellt. Ziel sei, so der Bürgermeister, dieses Jahr noch den Bauantrag zu stellen. Im September bekam die Feuerwehr Speele ihr neues Fahrzeug, 135 000 Euro wurden dafür investiert. Zudem wurden Löschrucksäcke für Geländebrände gespendet, dafür sprach Fenske ein Dank an die Forstgenossenschaften aus. Die Feuerwehrkameradschaft Benterode spendierte der Ortsfeuerwehr in dem Gemeindeteil einen neuen Anhänger. Zum Ende seiner Bilanz dankte Fenske noch allen Ehrenamtlichen, die sich in den Feuerwehren einsetzen. Der Rat quittierte dies mit Applaus. Foto: jens döll

Brandstiftung, Unwetter und Waldbrände im Jahr 2022

Brandstiftungen und daraus resultierende Brände stellten die Feuerwehr in Staufenberg in diesem Jahr vor große Herausforderungen. Das berichtete der Gemeindebrandinspektor bei seiner vorläufigen Jahresbilanz der Wehren vor dem Gemeinderat in Staufenberg.

Im März griff der vorsätzlich gelegte Brand an einem Holzpolter im Wald bei Sichelnstein auf die Vegetation über. Um das Feuer unter Kontrolle zu bringen, waren 150 Einsatzkräfte vor Ort. Neben den Wehren aus Staufenberg waren dies auch Kräfte aus Hann. Münden, Adelebsen, der Berufsfeuerwehr Kassel und der Kreisfeuerwehr. Nach stundenlangen Löscharbeiten konnte der Brand eingedämmt werden. Dabei wurde auch eine Drohnenstaffel eingesetzt und Feuerwehrleute waren mit Löschrucksäcken ausgerüstet.

Brand bei Sichelnstein griff auf Vegetation über

Ein großes Problem sei gewesen, so Fenske, das Löschwasser an die Einsatzstelle zu befördern. Bereits einige Wochen vorher brannte ein Gartenschuppen in Escherode. Fälle von Brandstiftungen an Lauben, Hütten und Holzpoltern gab es im Frühjahr in der Region. Darunter bei Bühren und in der Nähe von Bonaforth. Ein Unwetter führte im Februar zu 15 Einsätzen in nur drei Tagen, so der Gemeindebrandmeister weiter.

Im September rückte ein Kontingent von Feuerwehrleuten aus Staufenberg in den Harz aus, um die Waldbrände am Brocken zu bekämpfen.

Gerade die Brände in Wäldern hätten gezeigt, auf welche Gefahrenlagen sich die Feuerwehren in den kommenden Jahren einstellen müssen. Auch Unwetterlagen werden eine größere Gefahr darstellen. (Jens Döll)

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